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Deutschland ein Wintermärchen
Paar kalte Winter nach dem Ende,
paar lange Jahre mit leerem Bauch,
und wie ein Phoenix aus der Asche
hochgestiegen, aus dem Trümmerrauch.
Ganz von vorne angefangen,
alles geteilt, was man besaß,
und kräfig auf den Tisch gehaun,
an dem man lange nicht mehr saß.
Immer hungrig auf der Suche,
wie ein Panther, der auf der Lauer lag,
bei deinem naiven Nachkriegscharme,
wußte man och, warum man idch mag.
Du warst die Frau unserer Träume,
als die Preise noch in Ordnung war’n,
hast ehrlich deine Haut getragen,
doch jede Haut schürft ab nach Jahrn.
Deutschland, ein Wintermärchen,
du hast es weit gebracht,
du hast die Liebe zu dir
unmodern gemacht.
Hast deine Seele für Geld verkauft,
im Stillen über den Deal gelacht,
so kriegt man hungrige Herzen nicht satt,
so kommt die Wahrheit in Verdacht.
Bist weder verlorn, noch gerettet,
willst immer Liebe um jeden Preis,
um deine Haut lohnt nicht zu wetten,
gibt’s nicht zu, was jeder weiß.
Lebst weiter, wie man weiterlebt,
wenn man nicht mehr zu retten ist,
du bist so einsam, daß es donnert,
hör auf zu sein, was du nicht mehr bist.
Liebe ist, was alle wollen,
aber nicht mehr geboten kriegn,
erlöse uns von diesem Übel,
wir setzen neu und alles auf "Grün".
Deutschland, ein Wintermärchen,
du hast es weit gebracht,
du hast die Liebe zu dir
unmodern gemacht.
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