ki doki, na dann woll'n wir mal...
Machen wir nun heute weiter im Jahre 1985. Ina nutzt die nächsten Monate, um sich
etwas von den Anstrengungen der Vergangenheit zu erholen und um neue Kraft zu schöpfen
für die anstehenden Demoaufnahmen der neuen LP, die da heißt "Frauen kommen
langsam- aber gewaltig" (erscheint '86).
Produziert wird das Album vom bekannten Liedermacher Edo Zanki. Da Ina auch weiterhin ein
unumstößlicher Eckpfeiler der deutschen Rockszene ist, verwundert es wohl
niemanden, daß sie nicht nur
allseits gute Kritiken bekommt, sondern daß
auch die Absatzzahlen stimmen. Sie ist bekannt als ambitionierte Künstlerin, die
wesentlich mehr zu sagen hat, als viele andere. Ihre Palette reicht weit über die
gängigen Standardsprüche hinaus.
Die erste Tour zur LP findet im April mit der ausgeliehenen Band von Edo Zanki statt.
Fast zeitgleich ereignet sich in der Kernkraftanlage Tschernobyl der bisher schwerste und
folgenreichste Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Überall in der BRD kommt es
zu Protestaktionen gegen die mangelnden Schutzvorkehrungen. Was tat man uns an ? Ina
unterstützt die Aktion "Aktiv gegen Strahlung" (zur Errichtung unabhängiger
Strahlen- Meßstellen) ihrerseits mit der Single "Herr Präsident,
ich frage Sie"
(Musik von Jo Steinebach, Produzent Edo Zanki).
Ina: " ...ein Wort an die Herrschenden: Parteichef, Staatspräsident, Präsident,
Bundeskanzler. Ist total boykottiert worden, aber ich habe die Möglichkeit, es live
zu spielen. Es kamen ganz merkwürdige Kommentare dazu! Ein halbes Jahr vor einer
Bundestagswahl könne man so ein Lied nicht im öffentlich rechtlichen Rundfunk
spielen- genau, wie Maahn's "Tschernobyl", aber das hat sich verkauft, weil er es live in
Wackersdorf spielen konnte. Ich war damals privat in China und konnte für mein Lied
nichts tun."
Nach ihrem wohlverdienten Urlaub und der erfolgreichen Frühjahrstour geht es dann im
Sommer mit diversen Festivals weiter. Das Publikum muß indes derart Besessen sein,
daß auch kein Weg an einer Weihnachtstour vorbeiführt. Bei den Konzerten in
Berlin und Hamburg ( Warum gerade da, äh hier?
... wo doch jeder zu wissen glaubt, daß wir Norddeutschen soo unterkühlt sind
und als absolute Stimmungsbremsen gelten) gibt es nebenbei Mitschnitte für das
allererste Live- Album von Ina.
Wir fragen uns, was nach so einem arbeitsintensiven Jahr wohl in Inas Kopf so vor sich
geht:
Was weiß ich?
Ina: "Wenn mir die gute Fee drei Wünsche schenken würde,
würde ich mir
erstens:
800 fröhliche Leute bei jedem Konzert wünschen,
zweitens: daß
Roberts Gitarrenroady diesmal seine Gitarren richtig stimmt, statt zu schlafen
und
drittens: daß die Band und die Crew sich nicht wieder zanken.
mit ihr und ihrer Musik auseinanderzusetzen oder einfach spontan mitzugehen.
...denn wir wissen, was wir tun!
