Inas Geschichte:


letzte Änderung 19.02.2001

13. Teil
. . . Du hast 'ne Ladung Dynamit

ki doki, na dann woll'n wir mal...
Machen wir nun heute weiter im Jahre 1985. Ina nutzt die nächsten Monate, um sich etwas von den Anstrengungen der Vergangenheit zu erholen und um neue Kraft zu schöpfen für die anstehenden Demoaufnahmen der neuen LP, die da heißt "Frauen kommen langsam- aber gewaltig" (erscheint '86). Produziert wird das Album vom bekannten Liedermacher Edo Zanki. Da Ina auch weiterhin ein unumstößlicher Eckpfeiler der deutschen Rockszene ist, verwundert es wohl niemanden, daß sie nicht nur allseits gute Kritiken bekommt, sondern daß auch die Absatzzahlen stimmen. Sie ist bekannt als ambitionierte Künstlerin, die wesentlich mehr zu sagen hat, als viele andere. Ihre Palette reicht weit über die gängigen Standardsprüche hinaus. Die erste Tour zur LP findet im April mit der ausgeliehenen Band von Edo Zanki statt.
Fast zeitgleich ereignet sich in der Kernkraftanlage Tschernobyl der bisher schwerste und folgenreichste Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Überall in der BRD kommt es zu Protestaktionen gegen die mangelnden Schutzvorkehrungen. Was tat man uns an ? Ina unterstützt die Aktion "Aktiv gegen Strahlung" (zur Errichtung unabhängiger Strahlen- Meßstellen) ihrerseits mit der Single "Herr Präsident, ich frage Sie" (Musik von Jo Steinebach, Produzent Edo Zanki). Ina: " ...ein Wort an die Herrschenden: Parteichef, Staatspräsident, Präsident, Bundeskanzler. Ist total boykottiert worden, aber ich habe die Möglichkeit, es live zu spielen. Es kamen ganz merkwürdige Kommentare dazu! Ein halbes Jahr vor einer Bundestagswahl könne man so ein Lied nicht im öffentlich rechtlichen Rundfunk spielen- genau, wie Maahn's "Tschernobyl", aber das hat sich verkauft, weil er es live in Wackersdorf spielen konnte. Ich war damals privat in China und konnte für mein Lied nichts tun."
Nach ihrem wohlverdienten Urlaub und der erfolgreichen Frühjahrstour geht es dann im Sommer mit diversen Festivals weiter. Das Publikum muß indes derart Besessen sein, daß auch kein Weg an einer Weihnachtstour vorbeiführt. Bei den Konzerten in Berlin und Hamburg ( Warum gerade da, äh hier? ... wo doch jeder zu wissen glaubt, daß wir Norddeutschen soo unterkühlt sind und als absolute Stimmungsbremsen gelten) gibt es nebenbei Mitschnitte für das allererste Live- Album von Ina.
Wir fragen uns, was nach so einem arbeitsintensiven Jahr wohl in Inas Kopf so vor sich geht: Was weiß ich?
Ina: "Wenn mir die gute Fee drei Wünsche schenken würde, würde ich mir
erstens: 800 fröhliche Leute bei jedem Konzert wünschen,
zweitens: daß Roberts Gitarrenroady diesmal seine Gitarren richtig stimmt, statt zu schlafen und
drittens: daß die Band und die Crew sich nicht wieder zanken.

Die Wünsche sind in Erfüllung gegangen!"

Die Scheibe "Frauen kommen langsam ..." gehört zum Besten, was seit langem an deutschsprachiger Rockmusik veröffentlicht wurde. Texte, die Unter die Haut gehen und nicht nur in Frauenpower- Phrasen dahindümpeln, sondern jedem etwas sagen können, der bereit ist, sich Gedanken über sich und seine (Geschlechter-) Rolle zu machen. Kompositionen von Ina und Jo, die schnurstracks ins Ohr gehen.
Durch Edo's liebevolle Behandlung jedes einzelnen Stückes wird eine wunderbare Bandbreite musikalischer Ideen eingebracht, die jedes Lied auf eine andere Art interessant macht. Ina hat heute den subtilen Ausdruck ihrer Gedanken gefunden, sowohl textlich als auch musikalisch. Dadurch ist es einer viel breiteren Masse möglich, sich ernsthaft mit ihr und ihrer Musik auseinanderzusetzen oder einfach spontan mitzugehen.
Ina: "Mit dieser Platte hat die Musik einen höheren Stellenwert bekommen- nicht höher als die Texte, aber es ist mehr Musik drauf.- Es wurde unterschiedlicher am Rhythmus gearbeitet und auf eine andere Art arrangiert.- Die Stimmung eines Liedes kann man nur dann gut produzieren, wenn man die Stimmung des Inhaltes musikalisch wiederzugeben versucht."
Auch wir können unsere Gefühle, Eindrücke u. Kenntnisse aus/über Inas Leben nur vermitteln, wenn wir deren Inhalte so hautnah, ausführlich und unterhaltsam wie möglich an Euch wiederzugeben versuchen.


...denn wir wissen, was wir tun!


Teil 14

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