Inas Geschichte:


letzte Änderung 26.05.2001

14. Teil
. . . Reden ist Silber, schreien ist Gold

as ist Ina's Leitsatz auch weiterhin und so macht sie auch mit ihrer mittlerweile achten LP/ CD unmißverständlich und lautstark klar "Ich will die Hälfte der Welt"!
Diese CD wird wieder von Edo Zanki produziert. Was einem sofort auffällt: die Texte sprühen geradezu vor lebensbejahendem Übermut! Das wiederum liegt einzig und allein an Ina's positiver Energie, die sich natürlich auch in andere Bereiche des Lebens überträgt.
Es ist ein kleines Wunder, dass sie nicht genau ins Gegenteil verfällt, denn sie weiß genau, wie schwer es gerade für deutschsprachige Künstler ist, seine Platte mal im Radio zu hören. Die Angst vieler Männer/Macher beim Publikum anzuecken, wenn sie deutsche Lieder spielen- die ja verstanden werden können- ist schon enorm groß! Und leider Gottes ist es immer noch so, dass an den wirklich wichtigen Schaltstellen wie z.B. den Rundfunksendern noch immer Männer entscheiden, was im Radio gespielt wird. Klar, dass viele von denen auch mit der emanzipierten Ina Deter ein großes Problem haben!

Ina sagt über ihre Texte selbst: "Ich habe kein Problem damit "ich" zu sagen. Mit meinen Texten biete ich eine ungeheure Angriffsfläche, aber ich gebe mir damit auch die Chance, angenommen zu werden.-- Es macht mir nur Spaß, Musik zu machen, wenn ich auch singen kann, was mich betrifft. Texte von Männern würde ich nicht singen; darin steckt ihre Sicht der Dinge, ihre Art zu denken, zu formulieren und zu fühlen. Aber das ist nichts für mich, das bin ich nicht!"
Allerdings hat Ina nicht immer schon diese positive Energie gehabt. Irgendwann bei der Arbeit wächst ihr die Schreiberei über den Kopf und so kommt ihr der Gedanke Einfach abhaun, einfach gehen. Gedacht, getan - die Reise führt sie zusammen mit Jo auf eine traumhafte Insel, wo sie dann ihren Tauchschein macht!

Ganz nebenbei kommt sie auch langsam hinter das Geheimnis des positiven Denkens, läßt den Druck hinter sich..., und spiegelt ihr neues Lebensgefühl, ihren neu entdeckten Optimismus mit dieser CD wieder!
"Ich will die Hälfte der Welt" besitzt wieder Parolencharakter!!!
Auch heute sollt Ihr noch etwas erfahren, was sehr wichtig ist:
Schleswig- Holstein (unsere Heimat) ist nicht nur das Bundesland, in dem 'mal' (und nicht immer, liebe Ina, wie Du es mal dem Manni L. klarmachen wolltest!) ein Politiker (Barschel) auf mysteriöse Weise ums Leben kam, sondern es ist auch das "Land der Horizonte" und der "unbegrenzten Möglichkeiten". Unser Dithschieland speziell gilt sogar als das "Letzte Abenteuer Europas"- wenn Ihr uns also mal besuchen wollt...

Mea Culpa! Um ein Haar hätten wir versäumt zu erwähnen, dass es in diesem Jahr noch eine weitere CD- Veröffentlichung von Ina gibt: das schon besagte live- Album erscheint endlich!
Zwei CD's in einem Jahr..., das verlangt dann natürlich nach einer längeren Pause. In den kommenden zwei Jahren nimmt Ina neue Demos auf, die sie 1990 zu einem sehr schönen Album zusammenstellt!
Der Titel des Albums lautet Soll mich lieben wer will. Ein klarer Fall für Verona Feldbusch, die daraufhin während Inas Auftritt in ihrer "berüchtigten" Sendung gleich assoziiert: "Das ist natürlich auf Frauen bezogen!" Ja, ja: Da werden Sie geholfen! Frau erfährt von Verona Dinge über sich, die ihr selbst fremd sind.
Ina hat über ein Jahr lang an diesem Album geschrieben (April '88- Juni '89): Autobiographisches, fast intim, wie ein Tagebuch! Jeden Monat einen Text, oft mehr! Das Wort "Ich" steht im Vordergrund, manchmal auch das "Wir". Die Demos hört ein amerikanischer Produzent- Joey Balin- dem sie gefallen und der mit Ina und Jo zusammen an neuen Stücken weiterbasteln will. Er kommt nach Köln und die Arbeit kann beginnen. Es gibt Live- Proben mit neuen Musikern- vierzehn Tage lang- vor'm Studiotermin! Live- Spielen im Studio- wie auf einer Bühne stehen und einfach kommen lassen! Konzertatmosphäre im Studio! Ein Traum! Er wurde wahr! Die magischen Momente dieser Studiosession's werden auf Band festgehalten in Philadelphia und Los Angeles, von August bis November '89. Ina will mit den Texten u.a. ausdrücken, wie Stolz und Verzweiflung sich fünf Minuten vor'm Tod anfühlen ("Marie Antoinette") , hörbar machen, wie es klingt, "wenn ich im Sturm vor Freude die Segel setze" ("Panama" ). Alles soll greifbar, erreichbar sein.
In den Zeiten des "Nicht- Weiterwissens" wird Ina immer wieder durch ihre Freunde bestärkt, dass ihr Weg der Richtige ist- schwierig zwar,
aber der einzig gehbare Weg!


Die Parole heißt: Weitermachen, Durchhalten!

Schon ein Jahr später gibt es wieder eine neue CD von Ina auf dem Markt: es ist eine "Best of" mit dem Namen "Ich bereue nichts". Ein schöner Querschnitt durch die Jahre 1980- 1990. Die folgenden Monate nutzt Ina für neue Demos. Ein Ereignis in diesem Jahr ('92) muß ziemlich hart für Ina sein: der Tod von Petra Kelly, die von ihrem Lebensgefährten G. Bastian erschossen worden sein soll.
Positives gibt es aber schon 1993 zu berichten: die 11. CD von Ina kommt raus "Ver- Rückte Zeiten". Ina: "Da geht es um Standpunkte, die sich verändern; Werte, die sich verändern. Man fängt an über anerzogene Werte z.B. anders nachzudenken, jedenfalls ich. Und ich mein mit "ver-rückt" nicht im Sinne von "in die Klapsmühle" gehören, sondern sich zu bewegen- von einem Standpunkt wegrücken, der einem beispielsweise nicht mehr gefällt."
eister Jo Steinebach erscheint zum ersten Mal als Produzent bei einem Ina- Album. Auch der überaus beliebte Franzose Jean- Marie Peschiutta ist bei den Aufnahmen mit dabei. Es gibt zur Tour 25 Konzerte mit nur 5 off days dazwischen. Ina muß- laut eigener Aussage- schon zwei Monate vor Tourstart anfangen, ihre Lebensgewohnheiten enorm einzuschränken, d.h. weniger rauchen, essen, trinken usw. Zu ihrem Bühnenbild sagt sie: "Die Idee, Bühnenbilder zu machen, die Tarot- Karten sind, ist von dem Spiel gekommen, aber was da drauf ist, das is 'ne Umsetzung von den Texten, die ich singe. Das klingt zwar jetzt vielleicht 'n bißchen komisch, aber: Texte zum Ansehen, d.h. du hast die Möglichkeit, wenn du die Musik hörst, die Texte nochmal in ner ganz andern Art zu verfolgen."

Ich habe nie bereut, dass ich mich breitschlagen lassen habe, doch noch zum Abschlußkonzert nach Köln zu fahren. Mein erster Besuch in dieser traumhaften Stadt- und es war um mich geschehen. Dass es aber diesen furchtbaren Nachgeschmack haben wird, das ist mir da noch nicht klar.
Am liebsten will ich nicht mehr daran denken, denn es ist eine absolute Horror- Nachricht, die ich nach dem Konzert erhalte:
Das war Inas allerletztes Konzert!!! Für immer!!!
Warum haben die denn noch einen Video- Mitschnitt gemacht? Na, wohl zur Erinnerung für Ina selbst! Als ich- D. ist noch nicht mit dabei- mich nach dem Konzert von Ina verabschiede, habe ich nur einen Wunsch: Nimm mich mit und laß uns noch ein paar Gigs dranhängen! Wo ist die gute Fee die Wünsche erfüllt?

Vier lange, lange Jahre hört und sieht man/ frau nichts von INA DETER! Zahlreiche Bemühungen und Anstrengungen, Briefe an TV, Radio, Musiksender, CD- Läden usw. verlaufen im Nichts: niemand, aber wirklich niemand hat je etwas von einem live- Video aus Köln gehört! Und ich muß zu meiner Schande zugeben: ich weiß da noch nicht, "wer" der liebe Jo vom Merchandising ist!!! Hätte mir viel Rennerei und Arbeit erspart, hätte ich ihn schon gekannt!

Nicht nur Ina ist in dieser Zeit in ein tiefes Tal gefallen- auch wir Fans haben schwer daran zu knabbern, Ina vielleicht nie mehr wieder zu sehen!

Feiert mit uns Inas Comeback- so ca. Mitte Juni!


Teil 15

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