aum zu glauben, aber wahr!! Jetzt endlich ist es soweit, heute werdet Ihr mal wieder Zeuge
eines historischen Ereignisses. Zugetragen hat sich dieses am 10. Januar 1974 ! Es sollte
die Schlafgewohnheiten der Menschheit (unserer ganz besonders) gewaltig verändern!
Da könnt Ihr noch so viel grübeln: Ihr werdet nicht dahinterkommen, denn es geht
hier nicht um Ingrid - für’n kurzen
Augenblick jedenfalls nicht. Vielmehr gilt unser
Interesse dem berühmten Elbtunnel! Aus eig. Erfahrungen wissen wir am besten, wann die
günstigste Gelegenheit ist, ihn von Nord nach Süd zu passieren.
Durch jahrelange aufwendige Studien sind wir heute der festen Überzeugung:
für uns kann es nur eine Zeit geben - und die ist um 5 Uhr morgens! So
können wir sicher sein, niemals den Anfang eines Konzertes zu verpassen!
Widmen wir uns nun aber wieder Ingrids Geschichte - nicht weniger historisch als der
Elbtunnel, aber weitaus länger und interessanter. Im Jahr 1976 gibt es für sie
einen unerwarteten Ausflug in das dubiose Geschäft des "Grand Prix" mit
dem Titel Wenn Du so bist wie Dein Lachen
Ein Produzent kommt eines Tages in einem kleinen Club vorbei und hört Ingrid
singen und spielen. Er ist sehr interessiert und bietet ihr an, eine Platte mit ihr
aufzunehmen. Nachdem er ihre Texte nochmal zum Lesen bekommt, schlägt er vor, sie
in den Grand Prix reinzubringen. Anfängliche Zweifel bei ihr lösen sich schnell
in Luft auf, als sie hört, welches Lied sie singen soll. Unvorstellbar erscheint es
ihr sowieso, als Newcomerin - ohne eine große Plattenfirma im Rücken - überhaupt
bei einer Vorendausscheidung reinzukommen. Das "Lachen" wird also im
Connet-Studio in Köln mit der Gruppe "Hölderlin" aufgenommen.
Merkwürdig ist allerdings, daß der Produzent als einziger nicht hört,
daß die Gitarren total verstimmt sind ...
Die Räder fangen an zu mahlen und
das Telefon steht am Vorabend nicht mehr still!
Wer mögen diese ständigen Anrufer sein, die diese Kommunikation via Telefon
oder zwischengeschaltetem elektromechanischem Aufzeichnungsgerät - das nach einem
elektronisch erzeugten Pfeifton das Aufsprechen einer Nachricht ermöglicht - derjenigen,
bei der sich zwei Menschen gegenüberstehen, vorziehen? Vielleicht die Mutter, die
sich wie alle Mütter ständig Sorgen um ihre "Kleene" macht; oder
vielleicht Schwesterchen Bärbel, die mit ihr irgendwelche politischen Themen
diskutieren will oder gar E.T., der sich bei den ständigen Versuchen "nach
Hause" zu telefonieren mal wieder verwählt hat. Nun, wir wissen es nicht, aber
es können durchaus auch diverse Plattenfirmen sein...
Zum 1. Platz reicht es am nächsten Tag dann doch noch nicht ganz. Das allerdings
läßt sich wiederum damit erklären, daß zumindest wir beiden im
zarten Alter von sechs und neun Jahren nicht genau
abschätzen können, welches
Gewicht unsere Stimme für einen positiveren Ausgang haben würde. Und welche
Entschuldigung habt Ihr?
Ist schon o.k., immerhin kommt Ingrid ja auf den 11. Platz, mit 27.903 Stimmen!!!
Tja, und da "Les Humphreys" so blöd waren, ihren Song schon vorher mal zu
singen, werden sie natürlich disqualifiziert und so rückt Herr Marshall vom 2.
auf den 1. Platz und Ingrid vom 11. auf den 10. Platz!!! Neben all dem Liebe-Schmerz-Schmalz-Getue
der anderen Konkurrenten wirkt Ingrids Lied aber eher wie ein
Fremdkörper. Wie sie später selbst sagt, ist sie mit der musikalischen
Darbietung (vollgepackt mit Geigen und Trompeten) nicht ganz einverstanden. In ihren
Augen ist die ganze Sache eh viel zu kommerziell aufgemotzt und damit hat sie so ihre
Probleme. Hartnäckig wehrt sie sich - schon immer - gegen ihren Geschmack vermarktet zu
werden, so wie z.B. auch damals, als ein Pressefritze den Vorschlag macht, sie mit
Schiebermütze und Zigarillo zu der Überschrift "Ich wollte eigentlich
ein Junge werden" zu fotografieren. Letztendlich läßt sie sich dann doch
breitschlagen im gewünschten Outfit aber mit dem richtigen Titel abgelichtet zu werden.
Wenn frau/man Erfolg haben will, bleibt einem oft nichts anderes übrig, als klein
beizugeben!
Das allerdings verliert immens an Wichtigkeit, wenn wir bedenken - und das liegt wiederum
im Auge des Betrachters - daß sie damit endlich ihren ersten Plattenvertrag von
CBS erhält!!
Gleichzeitig bekommt sie einen neuen Namen verpaßt, wohl auch, um evtl.
Verwechslungen mit Ingrid Peters auszuschleißen.
Fortan nennt sie sich:
INA DETER 
achdem wir das nun alles eruiert haben, tangiert uns das maximal peripher, denn...