Einfach, intensiv und schmalzfrei (März `08)

Interview: „Ganz angekommen ist man wohl nie“ (Februar `08)

Mit neuer Sensibilität und Kraft (November `07)

Die Berliner Göre mit der Röhre (November `07)

Charmant: Ina Deter im Pantheon (November `07)

Den Piaf-Charme ins Deutsche gerettet (Oktober `05)

Chansons erzählen vom Widrigen und Niedrigen (April `05)

Ina Deter überzeugt mit "Voilà" (April `05)

Welt voll Rosen im Tipi (August/September `04)

Das Leben in seinen vielen Facetten (Nov. '03)

Pariser Himmel über Brandenburg (November'03)

... unter dem Himmel von Würselen (Juni '02)

Künstlerische Seelenverwandtschaft: Ina Deter in Würselen (Juni '02)

Liebe und Leid: Ina Deter mit Piaf-Programm auf der Burg (Juni '02)

Ina Deter - Voila (Nov. '01)

Versengte Flügel und blaue Liebe (Okt.'01)

Früher ist heute vorbei (Okt.'01)

Voilà - Inas Hommage an Edith (Okt.'01)



Einfach, intensiv und schmalzfrei
Entspanntes Konzert von Ina Deter und Band am Samstag im Anker

Von Mark Daniel
Ein üblicher Konzert-Abend ist das nicht. Als der Techniker am Samstag um 21.15 Uhr das Licht runterfährt, zieht kein Pfiff durch den Anker-Saal, kein Juchzer, nicht mal ein Murmeln. Theaterstille. Erst beim Auftritt von Ina Deter braust der Beifall. Zwei Stunden lang sorgt die Berlinerin dafür, dass der Status „außergewöhnlich“ bestehen bleibt. Vielleicht wirkt Deters Besuch gerade deshalb so intensiv, weil das Unspektakuläre das Spektakuläre ausmacht, die Musikerin weder Lust auf technischen Schnickschnack noch auf provokante Pose hat. Schon die Breitband-Konstellation von Sängerin und Begleitern vermittelt eine Haltung: Sebastian Ruin, Manni Hollaender, Ina Deter, Micki Meuser und Jürgen Retzlaff stehen oder sitzen ganz vorn auf einer Linie. Hier ist jeder gleich wichtig, und der Begriff der Frontfrau hat ausgedient. Über sparsame und aufs Wesentliche ausgedünnte Arrangements legt die 61 jährige ihre unverändert schöne Stimme, singt Stücke über Sinnsuche, Freiheit, Nähe, Abstand und Schritte auf dem eigenen Weg. Eine regelrechte Zärtlichkeit zu ihren Liedern schwingt da mit, und es dauert nur ein paar Zeilen ihres Auftaktsongs „Wenn du so bist wie dein Lachen“, bis die knapp 200 Zuhörer angesteckt sind von dieser besonderen Atmosphäre aus Entspanntheit und Zuneigung.
  Zu gern liefern sie den Text, wenn Deter in die falsche Zeile oder gar den Leerlauf rutscht. „Mensch, das ist aber schön hier, macht richtig Spaß mit euch“, freut sich die Künstlerin aufrichtig. „Habt ihr unten auch so einen tollen Sound wie wir? Ihr müsstet mal hier hoch kommen!“ Stolz weist sie zwischendurch auf ihre Garderobe hin: vor der Pause das Disco-Blüschen, danach die rote Glitzerjacke aus den 80ern. Leicht und locker schaut „Lucy In The Sky“ vorbei, wehmütig beschwört Deter „Ein Wunder“, bewegt sich „Zwischen den Stürmen“, warnt „Die Ratten sind los“. Einzig ihren Hit „Frauen kommen langsam, aber gewaltig“ spart sie aus, denn der hat sich der musikalischen Umdeutung verweigert, wie sie im Vorfeld verraten hat. Dafür steht ihr erfolgreichster Song auf der Setlist: „Neue Männer braucht das Land“ zieht die ersten Besucherinnen von ihren Stühlen. Sehr dicht, schmalzfrei und eindringlich ist der Klang, den Stimme, Gitarren, Cello-Striche und Cajun hier weben. Dennoch setzt das „Lied an die Engel“ emotional eins drauf – Deter schrieb das berührende Stück in einer Phase, als ihr Leben krankheitsbedingt auf der Kippe stand. Der Schluss verschiebt sich nach hinten. Das Publikum tauscht seine Ovationen gegen Zugaben – und die sichtlich dankbare Deter ziert sich nicht lange. Ein schöner, ehrlicher Abend, und kein üblicher.
Quelle: Leipziger Volkszeitung
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Interview: „Ganz angekommen ist man wohl nie“
Ina Deter vor dem Konzert morgen im Anker über ihre überstandene Krebserkrankung
und die Rückkehr auf die Bühne

Elf Jahre, in denen viel geschah, liegen hinter der letzten Tournee mit Band – jetzt kommt Ina Deter zurück. Auf ihrem aktuellen Album „Ein Wunder“ hat sie ältere Stücke umgemodelt und präsentiert sie morgen live im Anker. Im Interview spricht die 61 jährige, die durch die gesungene Forderung „Neue Männer braucht das Land“ berühmt wurde, über ihre Karriere und ihre überstandene Krankheit.
Was treibt Sie zurück?
Die Neugier, meine Stücke anders zu arrangieren. Zusammen mit meinem langjährigen Produzenten Micki Meuser habe ich ältere Songs entschlackt. Früher krachte das Schlagzeug und schrien die Keyboards, nun klingt alles dezenter und irgendwie intensiver – mit Cajon statt Drums, um meine Ohren zu schonen. Und mit dem neuen Album lag natürlich nahe, das auch live zu spielen.
Im Song „Ein Wunder“ beschreiben Sie die Apokalypse – sind Sie noch so skeptisch wie damals, als Sie das Stück geschrieben haben?
Es gibt allen Grund dazu. Ich habe das Lied in den 80ern verfasst, als Klimawandel noch kein Thema war. Damals habe ich einfach eine Zeitungsmeldung weitergesponnen. Dass sich der Text nun in der Gegenwart erfüllt, ist erschreckend und beunruhigend.
Das Stichwort „Ein Wunder“ steht inzwischen in einem anderen Kontext: Bei Ihnen wurde 2002 Krebs diagnostiziert, den Sie besiegten. Sie sind damit sehr offensiv umgegangen, auch öffentlich. Wie schwer oder leicht ist Ihnen das gefallen?
Zunächst habe ich mich schon gescheut, aber ich wollte meine Erfahrungen mit der Krankheit und mit den Ärzten weitergeben. An den richtigen Mediziner zu geraten, ist schon ein Glücksfall. Nach dem ersten Schock bin ich aktiv geworden und habe mich über die Krankheit informiert. Ich wollte anderen Krebskranken mit öffentlichen Auftritten und Aussagen Mut machen, Lebens-Mut.
Schwere Erkrankungen können wie ein Stigma werden.
Das ist auch so ein Problem. Es gibt Schauspielerinnen, die ihren Krebs verschweigen in der Angst, keine Rollen mehr zu bekommen. Das ist abartig.
Was haben Sie früher für wichtig gehalten, was Ihnen jetzt gleichgültig ist?
Das Abhaken von Aufgaben. Ständig hatte ich einen Zettel im Kopf, was es zu erledigen galt, bin herumgehetzt, hatte ein überhöhtes Pflichtbewusstsein. Inzwischen lebe ich nach der Maxime „Was du heut’ nicht kannst besorgen, das verschieb’ getrost auf morgen“. Ich darf mich auch einfach mal ausruhen, mit gutem Gewissen.
In „Ich will die Hälfte der Welt“ singen Sie davon, letztlich bei sich angekommen zu sein. Ist das autobiografisch und wie sehr sind das Ihre Stücke generell?
Ganz angekommen ist man wohl nie. Bis zum Tod ist das Leben eine Reise. Ich habe noch nicht alles gelernt und noch nicht alles kapiert. All meine Songs sind autobiografisch, denn ich beschreibe mit meinen Augen. Alles andere wäre konstruiert und unglaubwürdig.
Fühlen Sie sich reduziert auf den größten Hit „Neue Männer braucht das Land“?
Nein, ich bin sehr dankbar, dass das Stück so bekannt geworden ist und muss immer schmunzeln, dass es immer noch und immer wieder Werbeslogans gibt, die den Titel abwandeln. Bis hin zu Kanzlerin Merkel, die bei einer Rede mal „Neue Politiker braucht das Land“ gefordert hat. Schon lustig, dass der Spruch bei der CDU angekommen ist, die mich immer ablehnte. „Neue Männer …“ wurde übrigens im Bayerischen Rundfunk nie gespielt.
Wie groß ist nach all den Jahren noch der Druck, Erwartungen zu erfüllen?
Ich achte weder auf Quoten noch auf Chartplatzierungen. Für mich gibt es nur noch den künstlerischen, ideellen Druck, gute Arbeit abzuliefern. Nach wie vor habe ich Lampenfieber vor Auftritten – und auf der Bühne dann großen Spaß.
Was hat Sie inspiriert, 2001 Edith Piaf zu singen?
Am 11. Oktober 1963, am Tag ihres Todes, habe ich die Piaf zum ersten Mal gehört und mich gefragt: Von welchem Stern kommt die denn? Seitdem hat mich ihre Musik begleitet. Irgendwann habe ich mich ihren Texten genähert und sie ins Deutsche geholt. 20 Stück habe ich mit Produzent Stefan Warmuth neu arrangiert und bin mit Orchester aufgetreten. Das war fantastisch.
Sie sind ausgebildete Grafikerin, lieben Theater, Malerei und Schreiben. Haben Sie Ambitionen, sich dem wieder mehr zu widmen?
Nur noch als Hobby, zum Ausgleich für mich. Lange wollte ich mit Zeichnen oder Malen mein Geld verdienen, aber die Musik war dann doch wichtiger.
„Ich habe Angst“ heißt ein Song – wovor?
Vor Spießigkeit und davor, dass uns die amerikanische McDonalds-Mentalität noch weiter übergestülpt wird. Was in Bushs USA passiert, empfinde ich nicht gerade als vorbildlich.
Woran glauben Sie?
Daran, dass ich immer wieder auf die Beine komme – egal, was passiert.
Interview: Mark Daniel
Quelle: Leipziger Volkszeitung

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Mit neuer Sensibilität und Kraft
Von Martin Heinen
Ina Deter live im ausverkauften Jakobshof: Ehrlich und authentisch wie nie zuvor. Ohne pinke Gitarre und Spraydose, aber mit starker Männerband.
Aachen. Ihre pinke Gitarre ist mittlerweile museales Sternstunden-Objekt im deutschen Rockmuseum. Ganz ohne die berühmteste Sprühdose neudeutscher Pop- und Zeitgeschichte, aus der Anfang der 80er Jahre der Leitspruch der losrollenden Frauenbewegung an die Berliner U-Bahn-Wände geschrieben wurde, die Ina Deter zur Chart-Hymne und zu einem der meistzitierten Zeitgeist-Sprüche detonierte: „Ich sprüh’s auf jede Wand. Neue Männer braucht das Land.“ Der Song und sein Slogan fegten 1982 tatsächlich durch das Land und knallten selbst durch altverstaubte Männer-Macho-Köpfe – als perfekter Textmarker, tanzbarer Protestschlager und politisch-korrekter Hit der Neuen Deutschen Welle. Die Deter, die schon 1974 mutig und 68er-bewegt offenbarte, „Ich habe abgetrieben“, und zwei Jahre später dann auch noch beim tra-la-laseichten Eurovision-Song-Contest den 10. Platz belegte, war mit der plakativen, halbromantischen und irgendwie auch nur rhetorischen Forderung nach dem Mann, der irgendwie neu sein sollte, ganz allein oben angekommen: Knapp 200 Auftritte einer Dauer-Tournee folgten, fast 250.000 verkaufte LPs, Platz 3 der Charts.
Der Saal singt
25 Jahre später muss sie im wesentlich frauenbesetzten und ausverkauften Jakobshof, in dem man in den ersten Reihe auch sitzen durfte, keine pinke Gitarre, keine Spraydose und kein Plakat mitbringen, um die Zeitlosigkeit dieses einen Liedes und genügend anderer ins gemeinsame Hier und Jetzt mit Jubiläumscharakter zu holen. Sie braucht zum Aachener Test-Konzert ihrer anstehenden Deutschland-Tournee, das keines war, nicht einmal selbst zu singen. Der Saal singt, schwingt für sie und besingt die Erinnerung, den möglichen Aufbruch damals in Relation zum individuellen Resümee heute. Die aktuellen Männer dazu, deren Neuheit ja mal so vehement gefordert wurde, singen mit – im Zeitsprung der Erfahrung von Jahrzehnten
  und angesichts der Erkenntnis von genügend grauen Haaren.
Richtiger Song
Neues Glück ist eben, am richtigen Tag den richtigen Song zu schreiben. Oder ihn zu hören, damit er das Leben, die Liebe antreibt, leitet, zurückholt und tröstet. Es ist also kein Wunder, dass Ina Deter, die über zehn Jahre im schönen Aachener Örtchen Vetschau lebte und arbeitete, kurz vor ihrem 60. Geburtstag, nach schwerer Krankheit, Angst und Hoffnungslosigkeit, ein wundersames und auch wunderschönes Konzert beschert. Vor allem sich selbst, ihrer Biografie und Einmaligkeit – als „die Deter“ in der deutschen Liedermacher-, Chanson- und Popwelt, in der man schnell vergessen wird, wenn man nicht immer schrill und ganz neu ist. Es ist dann auch keine musikalische Familienfeier mit Rentner-Groupies in vorweihnachtlicher Gemütslage, wenn ihre Band-Männer von damals – Manni Hollaender an der Gitarre und Micki Meuser am Bass – wieder dabei und mittendrin sind. Ein Wunder, wie sie selbst zugibt – nachdem man sich teilweise heftig zerstritten hatte. Kein Wunder aber ist eine solche Versöhnung, die zum Ergebnis hat, dass die zentralen Deter-Songs hier eben nicht als Mitgröhl-Evergreens oder Dauerhall aus der Oldie-Musicbox penetrieren, sondern durch feinsinnige, zurückhaltende Neu-Arrangements anders und eigenständig schweben. Mittelpunkt dieser eher konzertanten Lied-Art und -kunst ist die Stimme der Deter, die noch nie so stark, raumergreifend und tiefpersönlich klang wie heute. Manche mögen die gewisse Aggressivität und Schrillheit darin vermissen. Mag sein. Man kann sie aber vor allem darin wieder neu mögen, dass ihre Sensibilität, Zerbrechlichkeit und Kraft und überhaupt ihr kompletter emotionaler Spielraum so nah, ehrlich und authentisch wirken wie niemals zuvor. Auf der Bühne ist sie die alte und neue Chefin – ihrer Männertruppe, die optimal durch den Cellisten Sebastian Ruin und den Percussionisten Jürgen Retzlaff ergänzt wird. Noch vor der Pause wirft sie ihre Glitzerbluse aus „der Mottenkiste der 80er Jahre“ ab. Ihr Konzert mit ihren Männern hatte allerdings keine Löcher. Es war ganz neu.
Quelle: Aachener Nachrichten
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Die Berliner Göre mit der Röhre
Deutschrocksängerin Ina Deter zu Gast im Pantheon

Von Christoph Pierschke
BONN. Mancher mag beim Namen Ina Deter heutzutage klammheimlich grinsen: Jaja, das ist doch die Rockfeministin mit "Neue Männer braucht das Land" damals in den 80ern. Das ist zwar richtig, aber hoffnungslos verkürzt. Über 30 Jahre macht Ina Deter Musik, und das mit einer bewunderungswürdigen Integrität und Treue sich selbst gegenüber. Stillstand bedeutet das für die Rocksängerin und Liedermacherinnen, die Anfang des Jahres ihren 60. Geburtstag feierte, rein gar nicht. Davon konnten sich die alten und sogar ein paar junge Fans im Pantheon überzeugen, wo sie ihre neue Platte "Ein Wunder" präsentierte. "Mit welchem Lied fange ich wohl an?" fragt Deter gleich zu Anfang schelmisch und spielt das erste Lied von ihrer ersten Platte aus dem Jahr 1976 solo an der Gitarre: "Ich bin ein Rätsel aus zwei Silben." Bevor überhaupt ihre alten musikalischen Mitstreiter Manni Hollaender (Gitarre) und Micki Meuser (Bass) die Bühne betreten, hat Deter bereits das Publikum in ihren Bann gezogen und versprüht den nonchalanten Charme einer ungekrönten Rockdiva. Sichtlich wohl fühlt sich Deter auf der Bühne, aber niemals vergisst sie den Kontakt mit ihrem Publikum zu knüpfen: "Wenn ihr tanzen wollt, hier oben ist noch Platz."
  Ina Deter meint es ernst, sprüht aber gleichzeitig vor Selbstironie. Ihr aus dem heutigen Blickwinkel ein wenig pathetisches "Zusammen leben und frei sein" von 1980 bekommt in der akustischen Interpretation eine beinahe vogelfreie Leichtigkeit. "Früher auf Tour haben wir den Song immer ,Zusammen leben und breit sein´ genannt", schnoddert die gebürtige Berlinerin und Wahlkölnerin herzerfrischend hinterher. Durch die akustischen und folkigen Arrangements bekommen nicht nur die alten Songs eine ganz neue, ungeahnte Frische. Auch mit ihren neueren Stücke wie "Lucy" gelingt es Deter, ihren ureigenen musikalischen Weg weiter zu gehen. Niemand dürfte derzeit ein Song wie "Lied an die Engel" so ehrlich und doch aufwühlend singen wie Deter. Und mit ihrem "Neue Männer" lässt sie nicht zuletzt die heutige Generation junger Rocksängerinnen ziemlich alt aussehen. Um es kurz zu machen: Die Bedeutung Ina Deters im deutschen Rock und Pop darf man auf keinen Fall unterschätzen - im Gegenteil. Diese Frau war und ist mehr als nur die "Göre mit der Röhre". Wo sind die "neuen Männer"? Ina Deter bewies bei ihrem Auftritt im Pantheon, dass sie neben dem Uralt-Hit "Neue Männer braucht das Land" jede Menge anderer guter Songs "drauf" hat.
Quelle: Kölnische Rundschau
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Charmant: Ina Deter im Pantheon
Mit Gitarre, schwarzem Hut und Glitzerjäckchen von damals
"Ich will die Hälfte der Welt"

Von Barbara Pikullik
Bonn. Kess hüpft sie auf die Bühne des Pantheons, mit Gitarre, schwarzem Hut - und ihrem Glitzerjäckchen, original von damals, aus den 80ern. Der Wasser- und Gitarren-Ständer steht auch wieder vorne, wie früher. Sie habe ihn aus dem Keller geholt und nun verbreite er den typischen alten Geruch. Alt? Nein - Ina Deter ist zwar 60 geworden, und wenn sie "Ich will die Hälfte der Welt" singt, so werden aus den "52 Jahren" von damals im Text nun unauffällige "achtzig", gar "hundert". Sie ist jung geblieben, trotz der schweren Zeiten, die der Kampf gegen den Krebs prägte. Sie hat es geschafft, blickt auf ihr Leben zurück, munter, souverän (obgleich, wie sie selbst offen zugibt, ziemlich aufgeregt) und charmant.
  "Ein Wunder" heißt ihre neue CD. Micki Meuser und Manni Hollaender, ihre langjährigen musikalischen Weggefährten, sind wieder dabei. Ihre neue CD bietet einen Rückblick auf die Stationen einer Karriere. Die Songs ertönen nun, neu arrangiert, in orchestral angehauchtem Gewand. Während des Konzerts unterstützten in dieser Hinsicht Jürgen Retzlaff (Cajón) und Sebastian Ruin (Cello, Gitarre), die drei Musiker. Es geht immer noch ab, wenn Deter ihre alten Hits singt: "Neue Männer braucht das Land", "Mit Leidenschaft", "Ohne mich". Eine gewisse Nachdenklichkeit und ein Hauch von Nostalgie haben sich dazu gesellt. Ina Deter, das kam deutlich rüber, ist ein glücklicher Mensch.
Quelle: General Anzeiger
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Den Piaf-Charme ins Deutsche gerettet
Mit Gefühl: Ina Deters ganz eigener Chanson-Stil

Bremerhaven (uwe). Lieder der Piaf auf Deutsch? Wer wagt so etwas? Ina Deter, Jahrgang 1947, ist so mutig, und selbst skeptische Besucher im fast ausverkauften Theater im Fischereihafen waren von dem Programm "Voila- Lieder von Edith Piaf" beeindruckt.
Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen, so die eine Lebensweisheit; eine weitere lautet: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Zu Ina Deter passen beide. Die in der Frauenbewegung mit kämpferischem Ton engagierte Sängerin erzielte 1982/83 mit "Neue Männer braucht das Land" den Durchbruch.
Zehn Jahre danach und zwölf Platten später zog sie sich aus der anstrengenden vordersten Linie zurück, um neue Ausdrucksformen zu erproben. Ein Projekt war ihre Annäherung an Edith Piaf und deren Lieder: Ina Deter schrieb an die französischen Originale angelehnte deutsche Texte.
Das überraschend Schöne daran: Ina Deter behält Inhalt und Stimmung der Chansons bei, verfremdet die Gefühlswelt ihrer Entstehungsjahre- Edith Piaf starb 1963- nicht, sondern verstärkt sie durch die Übersetzung. Ebenso erfreulich: Die gebürtige Berlinerin kopiert in keiner Phase den "Spatz von Paris", sondern prägt die Lieder mit ihrem persönlichen Stil, mit wenigen Gesten, aber viel Gefühl in der Stimme.
  Natürlich laufen im Kopf des Hörers zeitweilig die Piaf- Aufnahmen mit, bleiben die gewohnten Titel gegenwärtig. Denn trotz der deutschen Worte bekennen sich die Deter- Lieder zu ihrem französischen Ursprung. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst des achtköpfigen Orchesters "Die Compagnons" und seines Leiters am Kontrabaß, Stefan Warmuth. Er hat den Chansons mit seiner Instrumentierung geradezu idealtypische Arrangements angepaßt.
Davon profitiert vor allem Heidi Steger am Akkordeon, aber erst das transparente Zusammenspiel von Doro Gehr (Klavier), Eva Sänger (Geige), Henning Stoll (Fagott), Tobias Schiller (Klarinette) sowie Michael Brandt (Gitarre, Banja) und Dirk Dhonau (Schlagwerk) perfektioniert die Illusion von der Leichtigkeit des Musettewalzers und romantischen Träumen.
Melancholische Lieder
In Ina Deters Auswahl für das Konzert im TiF überwogen die melancholischen Lieder von Liebe und Schmerz bis zum Tod ("Les amants d`un jour", "Dans les prison de Nantes"), von der Sehnsucht nach Zärtlichkeit und etwas Glück ("Le Noel de la rue", "L` étranger"). Das große Glück lachte dafür in "La vie en rose" und "Sous le ciel de Paris", in der "Hymne l`amour" und- als Zugabe, endlich- mit "Milord".
Lieder der Piaf auf Deutsch? Geht das überhaupt? Ja, und wie.
Quelle: Nordsee-Zeitung
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Chansons erzählen vom Widrigen und Niedrigen
Von Beatrice Dafft
Edith Piaf auf deutsch. Geht das? Manch einer dürfte sich Freitagabend diese Frage gestellt haben. Da konzertierten Ina Deter und die "Compagnons" im Glashaus. Mit der Musik der Piaf und Texten in deutscher Sprache. Und, voila, es ging.
Schwungvoll, als sei sie immer noch die Rockgöre der 80er Jahre, betritt die Sängerin die Bühne. So schwungvoll, dass ihr fast die Puste ausgeht. Sie nimmt es mit Humor: "Das mit dem Anlauf von ganz hinten sollte man in meinem Alter besser lassen". Das Publikum lacht mit ihr. Innerhalb der nächsten zwei Stunden wird es sich noch oft beeindruckt zeigen von der Spontaneität, der Offenheit und Herzlichkeit, die von der kleinen Person auf der Bühne ausgehen.
Ina Deter singt Edith Piafs Chansons mit Hingabe. Die Texte, die sich an den Originalzeilen in französischer Sprache orientieren, hat sie selbst gedichtet. Die Zuhörer im Glashaus hören vom Glück, das zerrinnt, vom Widrigen und Niedrigen im Paris der 30er Jahre. Liebe und Schmerz liegen hier eng beieinander, manchmal gehen sie sogar ineinander über wie bei den "Liebenden für eine Nacht", die man am Morgen tot auffindet.
Zu Beginn des Programms hat die Chansonette noch "einen kleinen Frosch auf der Brust". Davon lässt sie sich jedoch nicht beirren. Wie die zweite Hälfte zeigt. Da ist der Frosch weg, und Ina Deters kraftvolle Stimme kann ihren Zauber voll entfalten. Der Gesang wirkt
  mal höhnisch, mal verschmitzt, schmerzlich betroffen. Das Melancholische überwiegt. Und das Authentische. Man nimmt Ina Deter alle Rollen ab: das Straßenmädchen, die enttäuscht Verliebte, die Einsame, die ihren Kummer am Tresen mit Alkohol betäubt. Sie ist distanzierte Beobachterin im einen, Beteiligte im nächsten Moment. Kann kühl kommentieren und so betroffen sein, dass es die Zuhörer tief im Inneren berührt.
Mit "Der Himmel von Paris" und "Padam, padam" erreicht der Abend seinen vorläufigen Höhepunkt. Zwischen den einzelnen Stücken leitet die Sängerin über mit beinahe philosophischen Fragen ("Aus welchem Material ist die Zeit?") und echten Lebensweisheiten ("Ein Mann ist keine Hilfe, sondern immer ein zusätzlicher Job.").
Ina Deter ist nicht Edith Piaf, aber das will sie auch gar nicht sein. Sie ist sie selbst und sie scheut sich nicht, auf der Bühne von sich preis zu geben. Das wird vom Publikum mit Beifall honoriert. Auch ihr Orchester, ein achtköpfiges Ensemble mit Stefan Warmuth an der Spitze, wird eifrig beklatscht. Es handelt sich um ernstzunehmende Instrumentalisten, die hervorragend miteinander harmonieren und denen man die Freude beim Spielen deutlich anmerkt. Diese Begeisterung steckt an.
Auch Ina Deter zeigt sich begeistert, von der Musik, vom Publikum und von der Örtlichkeit. "So lustig war es bei uns noch nie. Das muss am Glashaus liegen." Am Ende verspricht sie ihrem Publikum: "Wir kommen wieder!"
Quelle: WAZ
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Ina Deter überzeugt mit "Voilà"
Mit "Voilà" hat sich Ina Deter einer großen Aufgabe gewidmet: Sie wollte einen ganzen Abend mit den Liedern der legendären französischen Chanson-Sängerin Edith Piaf füllen. Und das auch noch auf Deutsch, versehen mit ein bisschen eigener Handschrift. Das Publikum im Glashaus hat sie restlos überzeugt: Es verpasst dem Projekt mit anhaltendem Jubel den Stempel "gelungen!".
von Stefanie Hasler
Übersetzt hat Ina Deter die Texte ihres großen Idols selbst, erst Wort für Wort, dann in singbare Zeilen. So spricht aus den Stücken jetzt auch Ina Deter selbst, meist dezent, an einigen Stellen ziemlich deutlich.
An der typischen Stimmung der Musik änderte das nichts: Mit ihren "Compagnons", dem achtköpfigen Musiker-Ensemble, verbreitete Ina Deter in der Rotunde die herrlich romantisch-melancholische Atmosphäre, die jeden Zuhörer gleich an die Straßen von Paris denken ließ.
  Mit viel leidenschaftlicher Gestik und Mimik sang das einstige Sprachrohr der Frauenbewegung – unvergessen ihre Hymne aus den frühen achtziger Jahren, "Neue Männer braucht das Land" – von unerfüllter Liebe ("Mein Herz liegt unten in der Gosse"), von gescheiterten Existenzen ("Die Eulen"), aber auch vom kleinen Glück im Alltag, etwa beim Tanz auf der Straße.
Zum schmissigen "Apéreau" erhob sie auf der Bühne schließlich selbst das Glas mit ihrem Lieblings-Apéritif, dem "Lufthansa-Cocktail": "Blue Curacao mit ganz viel vom besten Champagner. Lecker, könnte eigentlich mal wieder in Mode kommen", so die Sängerin.
"Ich bin froh, dass wir uns nicht verpasst haben," sagte Ina Deter ihrem Publikum zu Beginn des außergewöhnlichen Konzertabends, noch etwas außer Atem vom schwungvollen Lauf auf die Glashaus-Bühne. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren da ihrer Ansicht und bekundeten das mit nicht enden wollendem, begeistertem Applaus.
Quelle: Hertener Allgemeine (Herten)
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Welt voll Rosen im Tipi...
... so haben wir die Zeit im Tipi erlebt (Anja & Dörte):

Drei Tage am Stück war Ina mit ihren Compagnons zu Gast im "TIPI" in Berlin. Dafür "regnete" es
nicht nur echte Rosen, sondern auch viele "blumige", herzliche Worte, vom durchweg begeisterten Publikum! Schon nach dem ersten Abend erreichten uns Stimmen, dass einige Besucher vorhatten, gleich noch einen Abend mit Ina dranzuhängen. Kein Wunder: es war ja auch eine traumhafte Premiere in diesem urgemütlichen Zelt am Bundeskanzlerplatz. Idyllisch gelegen unter großen Bäumen bietet dieses Zelt mit seinen erschwinglichen, aber dennoch stilvollen Flair eine Atmosphäre, die es sich lohnen sollte, wenigstens einen Abend lang unbeschwert zu genießen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
Dass Ina es hier nicht mit blutigen Anfängern zu tun hatte, war ziemlich schnell klar. Schon beim ersten Soundcheck war kaum etwas auszusetzen, also tief durchatmen und sich einfach freuen..
Alles, was machbar war, wurde gemacht, auf den Rest konnte niemand mehr Einfluß nehmen, also beten!.
Als dann endlich die Compagnons auf die Bühne kamen und die ersten Töne von "Die Menge" erklangen, war die Spannung im Zelt fast greifbar. Dann kam "ihr" Auftritt! Flink, wie immer, ging sie zielstrebig unter tosendem Applaus an ihr Mikro und gab von Beginn an alles "Ich seh die Stadt berauscht, so wie in Trance..."
Die Gedanken des Publikums "hingen" im Zelt: "...endlich sehen wir sie mal live", "...die ist aber klein", "...das ist Ina Deter?" , "...bohh, hat die eine tolle Stimme!"...
Die ersten Gäste lehnten sich schon entspannt in ihren Sitzen zurück und wollten nur noch den Abend genießen. Normalerweise fiebern wir sonst immer die ersten drei Lieder extrem mit Ina mit und werden erst danach etwas lockerer, aber an diesem Abend ging das wesentlich schneller. Ina hatte Heimvorteil im besten Sinne: als gebürtige Berlinerin begrüßte sie unzählige Mitglieder ihrer großen Familie auf den Rängen.
Da waren nicht nur Tanten und Cousinen gekommen, sondern auch Groß- u. Kleinnichten ;-)) und ihre ehemalige Kindergärtnerin! Nicht zu vergessen natürlich Inas Schwester Bärbel, die eine sehr wichtige Rolle in ihrem Leben spielt. Aber auch die Herzen derer, die sie nicht kannten, erreichte Ina schnell durch ihre lockere, sympathische u. ungezwungene Art. Sie scherzte mit dem Orchester, wirbelte über die Bühne, machte Smalltalk
mit dem Publikum...

Sie ist nicht perfekt- aber sie ist perfekt sie selbst!

Wer es nicht weiß, wird kaum glauben, dass Ina und Co seit einem halben Jahr nicht mehr gemeinsam auf einer Bühne standen- nicht mal für eine Probe! Lediglich kurz vor dem Auftritt am Abend haben sie sich kurz aufeinander eingestimmt. Auch, wenn im Orchester nur erfahrene Vollblut- Musiker(innen sind, so möchten wir an dieser Stelle doch mal ein dickes Lob an Eva, Stefan, Uwe, Johannes, Henning, Jo, Jörg und Tobias loswerden!! Die Harmonie zwischen Euch und Ina könnte kaum besser sein! Und besonders an Tobias noch ein extra Lob dafür, dass er zu jeder Zeit u. an jedem Ort einsatzbereit war!
Allerdings..., hätten wir Johannes auch gerne mal singen hören bei dem alten Seemanslied "Partance"...
Der Tag wird kommen...
Was wir auf keinen Fall vergessen dürfen zu erwähnen, ist das phantastische Licht, das Ina und ihre Compagnons auf der Bühne so liebevoll umhüllt hat. Bei dem "Voila"- Programm haben wir wirklich noch nie eine schönere, passendere Beleuchtung gehabt! Alle Achtung! Dieser junge Mann (sorry, wissen grad nicht den Namen) hat sich wirklich mit den Liedern auseinandergesetzt und überlegt, was an welcher Stelle passen würde! Für uns aus dem Publikum war besonders eine Stelle absolut beeindruckend, und zwar bei dem schon eben erwähnten Song "Partance"..., wo zwei weiße Scheinwerfer auf der Bühne von unten nach oben direkt auf Ina gerichtet waren und dann langsam mit dem Liedende wieder nach unten schwenkten, so daß von Ina nur noch die Silhouette zu sehen war! Wow, das war klasse!
Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass Ina am Abschlußabend nochmal in die "Vollen" gegriffen hat. Berauscht wie in Trance stand sie da auf der Bühne- hochkonzentriert und motiviert in allen Bereichen! Sie hatte riesigen Spaß und es gab auf und vor der Bühne wohl niemanden, dem es nicht ähnlich ging!
Wir möchten auch noch kurz von der Weltpremiere berichten, die es am ersten Abend gab, dann aber auch nicht mehr aus dem Programm wegzudenken war: als Zugabe hatte sich nämlich Stefan Warmuth (Orchesterleiter u. Bassist) etwas tolles ausgedacht und die Noten zu einem Song aus Inas Anfangszeit so umgeschrieben, dass er für die Compagnons spielbar war. Die Spannung wuchs, als die ersten Töne erklangen - was ist das für ein Lied?- dann der Knall: "Wenn du so bist wie dein Lachen..." Spontane Jubelschreie und begeistertes Klatschen aus dem Publikum machte deutlich, dass hier doch eine Vielzahl an Leuten war, die Ina nicht erst mit dem Piaf- Programm kennen!
Danke, Stefan!!! Danke, Ina!!!
Ein dickes "Danke schön" an dieser Stelle natürlich auch an die Compagnons- Ihr seid spitze!!
...und an folgende liebe Menschen:

  • Herrn Ernst- für die unkomplizierte Unterstützung am Counter
  • an Andreas Hiller- das "Lachen" ist in Arbeit
  • an die gesamte Crew vom TIPI für alles- und das nette "sit- in" nachdem alles vorbei war
  • an alle, die den CD-Verkauf angekurbelt haben

...und an Saki, unseren netten Chef vom Hotel "Am Schloß Bellevue"

Wir kommen wieder nach Berlin...

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Das Leben in seinen vielen Facetten
Brandenburg. „Voilà“ hieß es am vergangenen Sonntag im Brandenburger Theater. Ina Deter & Die Compagnons stellten ihr erfolgreiches Programm mit Chansons von Edith Piaf in deutscher Sprache vor.
Und dieses Konzert ging auch in einem sehr gut besuchten Großen Haus auf. Dies wurde bereits in der Pause deutlich, als die vorhandenen CDs innerhalb weniger Minuten ausverkauft waren. Denn mit der Idee ist der Deter ein besonderer Coup gelungen. Natürlich kennt jeder die Lieder der Piaf, ab die wenigsten kennen deren Inhalte. Dank Ina Deter sind
  diese nun bekannt. Sie geben ein Einblick in das Leben mit seinen vielen Facetten. Da geht es um die Liebe ebenso wie um die Straßenhure und den Kohlenhändler, wobei der Ausdruck von liebevoll bis zum vulgären reicht.
In einer Zeit, wo deutsche Sänger mit großer Liebe „auswärts“ singen, ging Ina Deter den umgekehrten Weg und das mit großem Erfolg.
Danke Ina Deter und mögen ihnen noch viele Sänger folgen, dass das Publikum auch weiß, was überhaupt gesungen wird.
Rene Hill (Preußenspiegel)
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Pariser Himmel über Brandenburg
Ina Deter begeistert mit Piaf-Chonsons

Zwei Augenblicke gibt es im Leben, „den richtigen und den verpassten“, klärt Ina Deter das brandenburgische Publikum auf. Bis auf wenige Plätze war der Theatersaal am Sonntagabend ausverkauft. Gespannt lauscht die Menge, ob dieses Konzerterlebnis auch ein richtiges sein soll. Mit eigenen Texten singt Ina Deter „Voilà – Lieder von Edith Piaf in deutsch“.
Schon als die Grande Dame des Chansons vor 40 Jahren starb, war sie eine Legende, ihr Ruhm ist bis heute ungebrochen. Nun lässt Ina Deter gemeinsam mit ihrem Orchester „Die Compagnons“ das musikalische Erbe wieder aufleben. Der wütende Spruch, den sie 1982 an jede Wand sprühen wollte, mag vielen noch im Ohr sein. Ähnlich wie bei Edith Piaf kommen für Ina Deter nur große Gefühle in Frage. „So viel Rausch, so viel Glück“, raunt die zierliche Frau auf der Bühne. Dramatisch legt sie den Kopf in den Nacken und ihre kleine Hand an die Stirn. Gewaltig bricht darüber das Orchester herein und versprüht seine Spielfreude im ganzen Saal. Der kraftvolle Auftagt „Die Menge“ ließ auch die letzten Reihen aufhorchen. Mühelos nehmen die Musiker ihr Publikum mit auf die Reise ins Paris der Piaf, zu den Straßenmädchen,
  Taugenichtsen, Kohlenhändlern und Akkordeonspielern. „Aus welchem Material ist wohl die Zeit“, fragt sicht Ina Deter zwischen den Liedern. Manchmal sei der Stoff zu schwarz, zu seidig oder rau. Ganz so wie die Liebe, stellt sie schmunzelnd fest. Einzig „der Himmel von Paris wird geliebt, wie er ist und weil er so ist“, kündigt sie den nächsten Song an. Mit Hingabe und Stimmgewalt besingt Ina Deter die Figuren aus einer fernen Zeit, so dass 60 Jahre alte Geschichten erfrischend klingen. Jedem Stück folgt tosender Applaus.
Fast familiär wirkt die Atmosphäre zwischen Sängerin, Musikern und Publikum. Nach der Pause kehren einige Zuschauer mit „Hymne à l`amour“ auf den Lippen wieder. Ungeduldig warten alle auf den zweiten Teil und begrüßen „Die Compagnons“ mit Jubel. In Stiefeln, schwarzem Röckchen und halb transparentem Oberteil kommt Ina Deter zurück und singt: „Von unten nach oben geht es unter die Haut“, wenn der Akkordeonist den Walzer spielt. Zu „Milord“ stimmte die Menge ein und bedankte sich am Ende mit stehenden Ovationen.
Yvette von Gierke (MAZ)
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Sous le ciel de Würselen
Unser Kommentar:

... unter dem Himmel von Würselen fand am 19. Juni das erste Open Air mit Ina und den Compagnons statt-
ein ganz neues Gefühl!
Etwa 650 Menschen waren bei diesem unvergesslichen Abend dabei und sorgten für bombastische Stimmung – welch ein Glück, dass es gerade hier einen live-Mitschnitt gab. Beieindruckend wie schnell und sicher Ina schon nach so kurzer Zeit der Zusammenarbeit das Orchester dirigiert und leitet. Hochkonzentriert und motiviert aber dennoch locker und entspannt- immer mit einem Lächeln auf den Lippen- greift die Spielfreude der Musiker schnell aufs Publikum über. Sie haben jede Situation fest im Griff und meistern auftretende, kleinere Probleme bravourös. Da kann es schon mal vorkommen das ein Mikro Bodennähe sucht, und so den Musiker mehr oder weniger von seinem Stuhl zwingt. Voilà – alles kein Problem.
Die Atmosphäre zwischen Ina, dem Publikum und ihrem Orchester hat hier schon fast familiäres Flair. Die Natürlichkeit und Herzlichkeit wie Ina mit den Menschen umgeht, wie sie zwischen den Liedern immer mal wieder den Dialog mit dem Publikum sucht, wie sie lächelt und mit den Augen "spricht"... – das geht einfach von "unten nach oben" unter die Haut. Wie sagt Ina doch so schön: Der Himmel von Paris wird geliebt wie er ist, weil er so ist.
Und Ina wird geliebt weil sie so ist, wie sie ist.
Fasziniert von ihrer enormen Stimmgewalt und dem perfekten Gefühl für jedes einzelne Chanson gab es immer wieder donnernden Applaus. Bei der ersten Zugabe genügte eine einfache Handbewegung von Ina und aus hunderten von Kehlen dröhnte ein gewaltiges "Padam, Padam" über die Freilichtbühne der Burg Wilhelmstein. All die großen Klassiker von Edith Piaf sind natürlich in diesem Voilà- Programm dabei: wie z.B. Hymne a l`amour, La vie en rose, Milord, Akkordeonist.
Nur ´DAS EINE`..., das ganz spezielle... fehlt. "Non, je ne regrette rien" ist bis jetzt noch nicht dabei. Aus dem ganz einfachen Grund, Ina fühlt sich laut eigener Aussage dafür noch nicht reif genug- aber sie arbeitet bereits daran. Das sie es bis jetzt noch nicht gesungen hat, tut der Hommage an Edith zwar keinen Abbruch, aber es ist eben das letzte ´i-Tüpfelchen`, das Sahnehäubchen, das noch fehlt!
Mit weiteren Zugaben und Standing ovations verabschiedeten sich Ina und die Compagnons nach diesem phantastischen Abend. Er hat sich im Kopf festgemacht - verfolgt uns bei Tag und bei Nacht.

P.S. Das Konzert im Bonner Pantheon - eine Woche früher - war übrigens absolute Weltklasse! Ina hat die lange Pause sichtlich gut getan. Gefühlvoll wie nie zuvor präsentierte sie vor ausverkauften Rängen ihr ausgefeiltes und noch verbessertes Programm. Die einstimmige Meinung: besser und beeindruckender zu singen ist kaum noch möglich! Wer da keine Gänsehaut hatte... Uns jedenfalls lief es teilweise eiskalt den Rücken runter.
Bleibt nur zu hoffen, dass wir noch möglichst oft in den Genuss solcher Sternstunden kommen!


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Künstlerische Seelenverwandtschaft: Ina Deter in Würselen
Wehmütige Geschichten

Würselen (an-o). Eine Hommage an Edith Piaf von Ina Deter? So mag mancher sich gefragt haben, der sich die beiden Frauen als äußerst verschieden vorgestellt hatte. Dass es dennoch Übereinstimmungen gibt, war jetzt auf Burg Wilhelmstein zu hören. Ina Deters Gastspiel "Voilà" zeigte: Kaum eine andere wäre geeigneter, die Chansons der Französin in einer deutschen Version zu interpretieren. Aus einem musikalischen Interesse - 1983 hatte Ina Deter ihr "Lied für Edith Piaf" aufgenommen - ist eine Seelenverwandtschaft geworden sein. Wie sonst hätte die Deutsche, die viele als aufmüpfige Sängerin in Erinnerung haben, sich annähern können an die stimm- und gefühlsgewaltige französische Diseuse? Aber sie bringt es, sie kann es. Weil sie sich in die Piaf eingefühlt hat, weil sie sie mag und versteht und auch weil es Übereinstimmungen gibt.
Leichte Resignation
Immer schimmert das Pariser Halbwelt-Milieu durch, in dem die Piaf ums Überleben kämpfte. Gleichzeitig nehmen wir die Deter wahr in ihrer eigenen Gefühlswelt, der gegenüber früher die provokante Spitze fehlt und in die sich eine leichte Resignation
  eingeschlichen hat. Aber noch immer sind die "Männer!" der wunde Punkt. Mit einigen Spitzen gegen das männliche Geschlecht brachte Ina Deter das Publikum zum Lachen. Aber die Lieder des Abends erzählten Geschichten, traurige, wehmütige Geschichten. Ina Deter singt von Liebesleid und Enttäuschung, von Männern, die untreu und unzuverlässig sind oder im Morgengrauen verschwunden, weil sie nicht ahnen, dass sie mit ihrem süßen Blick und ihren schönen Worten das Herz ihrer Gefährtin berührten. Sie singt aber auch von winterlicher Kälte, von der Gosse, von Armut und Tod. Alle Sehnsucht nach Liebe und allen Schmerz vermag Ina Deter in ihre Stimme zu legen, ganz wie die Piaf es vermochte.
Vier Zugaben
Ihr treues, begeistertes Publikum, das jeden Sitzplatz belegt hatte, auf Treppen und Mauern saß, gab den übergesprungenen Funken an die Sängerin zurück. Es dankte ihr und ihrem phänomenalen achtköpfigen Orchester mit starkem Beifall, entlockte vier Zugaben. Wieder hatte sie alles gegeben, die Mutige, die so ehrlich ihre Gefühle zeigt.
Juliane Klieser
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Liebe und Leid:
Ina Deter mit Piaf-Programm auf der Burg

Würselen. Aus welchem Stoff ist die Liebe, und warum ist es immer wieder die gleiche schmerzlich-süße Geschichte, wenn zwei einander tief in die Augen sehen? Mit der Sängerin Ina Deter und einer großartigen Musikerschar, die sich als «Compagnons» extra zu diesem Anlass zusammengefunden hatte, konnten die Zuschauer auf den voll besetzten Rängen der Bühne Burg Wilhelmstein einem Versuch lauschen, mit dem die Rocklady allerhand gewagt hat. «Voilà» heißt ihr Programm aus Chansons der legendären Edith Piaf. Was bereits Ende letzten Jahres bei der Uraufführung im Jakobshof funktionierte, bewährte sich im historischen Ambiente - auch dies ein Experiment, denn die Melancholie der Piaf-Lieder ist eher im Halbdunkel einer intimeren Umgebung zu Hause. Ina Deter lebt in diesen Chansons, deren Übertragung sie in ihre eigene, ganz persönliche, heutige Gefühlssprache übersetzt hat. Und so spürt man die vollständige Identifikation mit den Geschichten, die von Liebe, Leid und Sehnsucht erzählen. Ina Deter wirft sich hinein in diesen großen Lebens- und Zärtlichkeitshunger, in die absolute Hingabe, diesen Tanz auf dem emotionalen Vulkan. Ihre Stimme hat Kraft, kann schneidend-herrisch und zugleich warm und verletzlich klingen. Sie nimmt ihre Zuhörer mit in die verräucherte Umgebung des Akkordeonisten, auf das feuchte, kalte Straßenpflaster, wo sich die   Straßenmädchen den Tod holen, aber auch in den ekstatischen Schwung des Java-Walzers, der für kurze Zeit selbst die Ärmsten alle Not vergessen lässt. In den «Compagnons» hat sie ein Ensemble aus hochkarätigen Solisten zur Verfügung, an ihrer Spitze Stefan Warmuth, Bassist und Arrangeur. Der 45-jährige Berliner, der unter anderem das Savoy Dance Orchestra Berlin leitet, an Studio- und Tourneeproduktionen für Klaus Hoffmann, Reinhard Mey und Udo Jürgens mitwirkte, hat Ina Deter zu poetisch-freien Moderationen ermutigt. Gemeinsam mit dem Showtalent Jo Brauer am Schlagwerk, Johannes Gehlmann (Gitarre), Dragan Lawford (Geige), Eva Singer (Bratsche), Jörg Sander (Klavier), Tobias Schiller (Klarinette), Uwe Steger (Akkordeon) und Hennig Stoll (Fagott) gelingt im sorgfältigen Einsatz der Instrumente ein fein strukturierter Orchesterklang, der einerseits das «Klischee» der Piaf-Zeit bedient, andererseits die jeweilige Gefühlslage aufleben lässt. Ina Deter gewinnt im Laufe des Abends deutlich an Sicherheit, ihre Ausstrahlung nimmt zu, und das Publikum ist hingerissen. Ohne Zugabe gibt es kein Entrinnen: Frech und ergreifend ihr «Milord», hingebungsvoll das «Padam, padam», bei dem sie von einem vielstimmigen Zuschauer-Chor begleitet wird. Jubelnder Applaus. Die Deter-Piaf-CD soll noch im Laufe des Jahres erscheinen.
Sabine Rother, AZ
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Ina Deter "Voilà"
(Rückblick eines Fans)

Ina Deter - ach ja, die Göre mit der Röhre? Die Rock-Feministin mit Bedürfnissen nach neuen Männern
für's Land? Schnee von gestern, und der war im Grunde schon vorgestern Matsch.
Heute kommt diese quirrlige Künstlerin uns als Inkarnation der Piaf. Sie bringt selbst denen die große Chanteuse nahe, die nichts über sie wissen, bestenfalls ein paar Melodien wiedererkennen. Milord, na klar, Padam padam, und was noch? Man hat dies und das gehört: Klein war sie und doch ganz groß. Verlottert, verludert, vergöttert und verloren. Ina Deter hat sie sich - für sich und für uns - angeeignet und läßt nun ihr eigenes Publikum erahnen, was für ein Vulkan die Piaf gewesen sein muß. Grandios - gestern die Piaf, heute die Deter.
Aber Ina Deter versteckt sich nicht als bloße Interpretin hinter einem übergroßen Monument. Sie verschwindet nicht hinter den Liedern, die sie der Piaf entwendet und mit eigenen Worten zu ihren höchst persönlichen Liedern gemacht hat. Sie singt sich mit ihren selbst geschriebenen Sätzen und mit ihrer eigenen gewaltigen Stimme unter die Haut - eindringlicher als wohl je zuvor in ihrer Karriere als rockende Lieder- und Powerfrau. Sie findet elektrisierende Textpassagen, die wie Messerstiche tief ins Innere dringen - dort aber keine Wunden hinterlassen, sondern größtmögliche Nähe schaffen. Da wirkt etwas zusammen. So holt "die Piaf" aus "der Deter" vermutlich mehr raus, als Ina je geglaubt haben mag, in sich zu tragen. Danke, Edith.
Oder hat sie es geahnt? Schon 1982, als Ina Deter die Piaf besungen hatte, die Rockerin die Chansonsängerin. Wahrscheinlich braucht so ein Vorhaben seine Reifezeit, und daß sie damals - mitten in der neuen deutschen Welle - keinen oberflächlichen Schnellschuss zur Würdigung und Verehrung der Französin losgelassen hat, der nur Gefahr gelaufen wäre, zum Rohrkrepierer zu werden, sei heute mit Erleichterung vermerkt.
So fügte und fand sich eines zum anderen: Die gewachsene eigene künstlerische Reife, wohl auch teuer bezahlt über Jahre hinweg als Darling der Feministinnen, die aus dankbarem Jubel über die richtige Aussage den Bruch zwischen Lyrik und voller Klangdröhnung gar nicht bemerken. Nun die kongeniale Combo zur zeitgemäß recycelten Musik, die das Spektakel zum Erlebnis und Hörgenuss werden läßt. Lapidar stellt Ina Deter gleich nach dem ersten Chanson fest, es gebe immer zwei Zeitpunkte, den richtigen - und den falschen. Sie selbst habe das Gefühl gehabt, in der Vergangenheit immer den richtigen Zeitpunkt verpaßt zu haben, immer zu spät dran gewesen zu sein. Nun aber fühle sie erstmals, der Zeitpunkt sei richtig. Stimmt. Er passt, wie aufs Fingerschnipsen. Sie verschafft von der Bühne aus ihrem Publikum - geschlechterübergreifend - Glücksgefühle, die passend beglichen werden:
Langanhaltender Beifall, stehend, mit Blümchen. Einziger Einwand: Warum nicht mehr Blumen?
Gerd Schinkel (Liedermacher-Kollege)
Köln, 22.11.01

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Versengte Flügel und blaue Liebe:
Ina Deters Piaf-Programm

Aachen. Der Funke zündet im ersten Moment. Violett- und orangefarbener Tüll umweht die zierliche Gestalt, die zwischen den acht Musikern der «Compagneros» aufleuchtet: Ina Deter. Die arrivierte Rocklady wagt sich auf neues Parkett und beweist, wie gut sie sich das überlegt hat.
Mit «Voilà» präsentiert sie im überfüllten Jakobshof ein eindrucksstarkes und ausgefeiltes Chanson-Programm, das der legendären Edith Piaf gewidmet ist.
Ina Deter hat die Statur der Piaf, ist kraftvoll wie sie, unverschämt und schonungslos, mit einer unverwüstlichen Stimme, die schneidend kalt, dann wieder innig warm und verletzlich sein kann. Ina Deter schafft den Sprung von der Französin, mit der sie eine Seelenverwandtschaft verbindet, zur eigenständigen Kunstform. Und so sind die Chansons alles andere als deutsche Repliken der Piaf-Titel. Ina Deter hat die Texte in eigenständige Poesie umgesetzt. Das geht unter die Haut, weil es authentisch ist, lebensnah im Schmerz, in der Hingabe, in der Aggressivität und im grenzenlosen Kummer, aber zugleich im rebellischen Lebensmut.
Der beherrschende Rhythmus des Abends ist der Musette-Walzer, natürlich! Für «Die Compagneros» hat Kontrabassist Stefan Warmuth urwüchsige Arrangements
  geschrieben, die nichts Staubiges an sich haben, die dem Chanson die jeweilige Kulisse bieten und musikalisch anspruchsvoll sind. Ina Deter legt sich hinein in diese Rhythmen und Klangbilder, fühlt sich wohl und sicher.
Da sitzen die Feinabstimmungen, zwischen Jörg Sandner (Klavier), Jo Bauer (Schlagwerk), Johannes Gehlmann (Gitarre), Dragan Lawford (Geige), Uwe Steger (Akkordeon), Tobias Schiller (Bassklarinette) und Henning Stoll (Fagott). Schlagzeuger Jo Bauer setzt zusätzliche Akzente mit seinem komödiantischen Aktionstalent zwischen Becken und Trommel.
Durch lyrische Fragmente verbindet Ina Deter ein Chanson mit dem anderen, führt die Zuschauer tief hinein in die Welt der schmuddeligen Niederungen, der Menschen am Rande der Gesellschaft, schwingt sie sich auf in den blauen Himmel der Liebe, stürzt wieder ab mit versengten Flügeln:
«... es ist immer die gleiche Geschichte.»
Das bittere Lachen der Straßenmädchen, Todesnähe, Lebenssucht, brutale Realität und der süße Traum von einer Welt voller Rosen, von einem Mann, der das Herz behütet, statt es zu zertrampeln. Endlich dann «Mylord» als erste Zugabe. Klar, schneidend, elegant und bissig: «Voila, es geht doch...» Donnernder Applaus.
Sabine Rother, Aachener Zeitung
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Ina Deters Chansonprogramm im Jakobshof
Früher ist heute vorbei

Aachen (an-o). Das war weder Kopie noch Remake, sondern Ina Deter ganz authentisch. Mit ihrem Programm "Voilà" erinnert sie an die Piaf, die sie gleichwohl neu erfindet. Warme, nicht enden wollende Zustimmung entlud sich bei der Premiere am Dienstagabend im Jakobshof. Sie hat sich nicht ins kleine Schwarze gezwängt und auch keine schwarzen Augen gemalt. Ina Deter bleibt sich treu auf neuen Wegen. Mit blauen Strähnen im Haar, hochgezwirbelten Zöpfchen und einem poppig-eleganten Bühnenkostüm markiert sie zugleich Vergangenheit und Gegenwart: Diese Frau ist 54 und stellt sich dem Leben, mit wenigen Falten und kindlich-schönem Mund, immer noch kritisch beobachtend, heute weniger rebellisch, dafür abgeklärter und ein bißchen wehmütiger.
Großes Vorbild
Nach dem Ausleben vieler vom Rockpop dominierter musikalischer Stile hatte sich die gebürtige Berlinerin seit zwei Jahren nur noch eines in den Kopf gesetzt: Die Chansons ihres großen Vorbilds Edith Piaf in dt. Sprache, mit neuem Arrangement auf die Bühne zu bringen. Ob das Publikum sie so hören wollte, darüber war sie sich nicht sicher. Die Uraufführung am Sonntag in den Hackeschen Höfen von Berlin war ein Erfolg. Doch Aachen signalisierte zwei Tage später überschwängliche Zustimmung, lächelnde Frauen und Männer jeden Jahrgangs, die Zugaben erzwangen.
Zeitmäßig und klingend übersetzt
Das üppige Programm hat Ina Deter wohl sortiert. Leise, unbekanntere Stücke hat sie
  ausgegraben und in ihre Worte gekleidet. Dass Liebesgeschichten nach immer gleichem Muster ablaufen, erwähnt sie in "Toujours la mème histoire", dass Herzen schon mal in der Gosse landen, erklingt als Tango über "Mon coeur est au coin d'une rue." Für alles findet die sprachgewandte Wortschöpferin eine zeitgemäße und klingende Übersetzung, sei es der Himmel von Paris, "La vie en rose" oder "Mylord" als Zugabe.
Spitzfindige Randbemerkungen
Im zweiten Teil ist die Sängerin, die man ab jetzt Chansonette nennen wird, aufgetaut, sie hat ihre Nervosität abgelegt. Jetzt stellt sie mit spitzfindigen Randbemerkungen Fragen an das Leben und die Liebe, beschimpft richtige Kerle als Hundesöhne, die nicht Gernot, sondern Johnny heißen und Hüften wie ein Vorstadtkater haben. Gleich hinterher beschwört sie die Männer wieder und das Publikum jubelt. Musikalisch ist alles neu bei Ina außer ihrer voluminösen, wandlungsfähigen mezzowarmen Stimme, der das Chanson gut steht. Umgeben von acht erstklassigen spielfreudigen Musikern ist der Raumklang an diesem Abend groß, virtuos, beinahe perfekt. Diese exzellenten Musiker versprühen Spielfreude und lächeln beim Vortrag, manchmal gehen sie im Takt sogar vom Sitz hoch.
Ein alter Satz schleicht sich in einen neuen Text und bildet die Klammer: "Mit früher ist heute vorbei", hatte Ina Deter einst gesungen, doch das war damals anders gemeint als heute.
Annette Bosetti, Aachener Nachrichten
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Voilà -
Inas Hommage an Edith Piaf

Unser Kommentar:
Ina riss in den letzten Tagen die Leute von den Stühlen und war Anlaß zu "Standing Ovations" in Aachen und
Berlin! Der "Spatz vom Clodwigplatz" sang die Lieder vom "Spatz von Paris" mit einer Hingabe und Begeisterung,
wie sie wohl kaum noch übertroffen werden kann! Wer - außer Ina - hat schon so ein gewaltiges Stimmvolumen und bringt dieses, gepaart mit Einfühlungsvermögen, Intensität und ganz viel Herzblut so wunderbar "rüber", dass das Publikum im Saal in der einen Sekunde vor Begeisterung zitternd ein Beben verspürt und in der nächsten vor Gänsehaut - über Inas gewaltiges Stimmpotential - erstarrt? Es ist einfach kaum fassbar und dennoch so gewaltig, imposant, dass der Wunsch aufkommt, man müsse neue Adjektive erfinden, denn alles was es bis jetzt im Duden gibt, scheint nicht ausreichend, um dieser Darbietung würdig und angemessen zu huldigen! Das, was Ina an so einem Abend auf die Bühne bringt, und die Art, wie sie das tut, machen deutlich: so kann nur jemand singen, der im Leben selbst alle Höhen und Tiefen durchgemacht und erlebt hat und der die nötige Reife und Erfahrung, sowie Respekt und Bewunderung vor dem Menschen und der Künstlerin "Piaf" hat. Ina bringt all diese Voraussetzungen mit - das hat sie allen eindrucksvoll bewiesen!
Die Arrangements der Lieder sind alle neu - passend für die heutige Zeit, aber trotzdem unverkennbar...
Die Texte - bohhh - was für Texte! Ina hat sich alles wortgetreu übersetzen lassen und dann in mühseliger, akribischer Kleinstarbeit ihre eigenen passenden Worte für das gefunden, was die Lieder aussagen sollen; sie büßen auch in deutscher Sprache nichts von dem Gefühl ein, dass das Wichtigste im Leben der großen Piaf war: die Liebe - schonungslos, zerstörend, offen, aber auch verletzlich, zart und einfühlsam hat Ina den Texten ihren eigenen Charakter und Zauber "eingehaucht" - von unten nach oben, mit ganz viel Gefühl!
Ihr Orchester, Die Compagnons, runden die ganze Sache perfekt harmonisch ab und begleitet sie mit viel
Spielfreude und noch mehr Können auf dieser musikalischen Reise in die Welt der Chansons, die schon jetzt eine riesige Anzahl an neuen Bewunderern für Ina und neu entdeckten für Edith gefunden hat.
Mit früher ist heute vorbei - und die Zukunft hält noch viele wunderschöne Überraschungen für uns parat!
... ohne wenn und aber...

Martina aus Gifhorn schrieb:
"Das Schicksal führte mich im Sommer '83 zum ersten Mal auf ein Konzert mit der Ina Deter Band. 18 Jahre später, nach ich weiß nicht wieviel besuchten Konzerten, überraschte Ina mit einem neuen Programm, das einige Jahre reifen mußte. Von der Rockband zum Orchester - Die 'VOILA'-Tour. Gespannt wartete ich im ausverkauften Jakobshof in Aachen auf den Konzertbeginn. Fast pünktlich, um 8 nach 8 kamen die 'Compagnons' auf die Bühne, gefolgt von einer magentafarbenen Tüll-Wolke. Ina. Vom ersten Ton zog Ina das Publikum in ihren Bann, teilweise hätte man die berühmte Stecknadel fallen hören können. Hingebungsvoll erzählt sie ihre Geschichten von Nutten, Clochards und immer wieder ...von der Liebe. Genau so stelle ich mir das Paris der 50er Jahre vor - leben am Maximum. Die Arrangements der Lieder gehen ins Blut. Stunden nach dem berauschenden Konzert schlief ich mit einem Walzer-Takt im Ohr ein."

Susi aus Mannheim schrieb:
"Ina kam, sang und strahlte und dieses Strahlen erfüllte den gesamten Raum. Ihr Auftritt ließ Mond und Sterne heller denn je erstrahlen; durch die Intensität ihrer Darbietung holte sie so viele Sonnenstrahlen vom Himmel und vermengte diese noch mit der Schönheit ihrer Ausstrahlung , dass die Lampen im Jakobshof nicht vonnöten gewesen wären. Alles in allem handelte es sich bei diesem Konzert um ein gewaltiges LichtLiebeEnergiefeuerwerk vom Feinsten. Und- bei aller Bewunderung gegenüber Edith- Ina's Stimme lebt die Lieder meines Erachtens bedeutend mehr aus, da sie in keiner Gesangs-/ Tonlage "schwächelt", ganz im Gegenteil- trotz aller Liebe zu ihr hätte ich NIE gedacht, dass Ina über solch ein kraftvollwunderbarvariantenreiches Stimmrepertoire verfügt! ELLE EST MAGNIFIQUE!!! Ina, épouse- moi!"

Uwe aus Aachen (Bassist der "Spieglein-Tour") schrieb:
"Ich hatte mich auf der letzten Tour schon mit Ina über das Thema Chanson unterhalten und war ganz begeistert von ihrem Plan, ein Edith- Projekt zu starten. Dass das recht gut werden würde, konnte ich mir ja vorstellen, aber das Konzert übertraf dann noch bei weitem meine Erwartungen. Das Ensemble, die Stimme, die Präsentation, die Texte, die Arrangements- alles wie aus einem Guß! Wenn ich die Lieder nicht zum Teil gekannt hätte, hätte ich gesagt, das ist 100 Prozent Ina, na, letzten Endes ist es auch so, da sie die Chansons auf ihre eigene Weise interpretiert, sie mit eigener Lebenserfahrung füllt und doch deren Charakter beibehält- an dieser Stelle ebenso vielen Dank an den Kontrabassisten und Arrangeur Stefan Warmuth für seine großartige Arbeit. Fielen die Stimmen der Kritiker nach dem letzten Rockalbum "Spieglein, Spieglein" sehr unterschiedlich aus, dürften die Meinungen über diese zeitlos- schönen Chansoninterpretationen sehr viel einhelliger und positiver sein. Um es auf einen Nenner zu bringen: a. sie kann es einfach und b. je älter je besser Ich wünsche jedenfalls dem Projekt "Ina Deter & Die Compagnons" noch viele schöne Konzerte und eine erfolgreiche Zukunft!"

Ilona aus Berlin schrieb:
Danke Ina,
zweimal warst Du hier in Berlin, zweimal war ich dabei. Dabei bei Deinem Konzert - einem neuen Weg - mit Liedern von Edith Piaf, nun mit Liedern von Dir in Verbindung mit ihr. “Natürlich gehöre ich auch zu denen, die die Piaf-Lieder immer mit einem besonderen, fast ehrfürchtigem Gefühl gehört haben. Und, dass du nun.........
Ich war gespannt, irgendwie sehr sicher, das schaffst Du - auch gegen mögliche Bedenken von innen und außen. Deine Stimme war hinreißend schön und diese Lieder geben dir wieder neuen Raum, sie zu lassen - und damit noch tiefer zu berühren. Du warst in jedem Lied du selbst. Nicht nur dafür sage ich Danke. Und ein Danke geht auch an Deine Compagnons mit ihrem vielfältigen Engagement, mit Dir zu gehen. Eine große Bitte zum Beginn 24Uhr in Berlin: “Unbedingt ändern ! 21 Uhr wäre wunderbar! Ich freue mich auf ein Wiederhören/Wiedersehen! Herzlichst Ilona

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