05.05.2001


Solingen
Triumphales Konzert


Nach dem wunderschönen  aber doch anstrengenden Konzert in Aschaffenburg hatten wir etwas Entspannung bitter nötig, und wo kriegen wir die besser, als in unserer Wahlheimat Köln. Eigentlich hatten wir gedacht, das wäre die beste Gelegenheit, endlich mal ein bisschen Schlaf nachzuholen. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, denn als uns klar wurde, was wir noch alles tun mußten, um Euch „up to date“ zu bringen und Ina und Band ein geiles Abschlusskonzert zu bescheren, war natürlich auch dieser Traum schnell wieder vorbei. Aus diesem Grunde waren wir leider auch nicht mehr in der Lage weder körperlich noch zeitlich am Abend Julians Auftritt in Köln mitzuerleben und zu gestalten. Bitte verzeih uns das Julian! Dann kam, was kommen musste: wir haben den Zeitpunkt, an dem jeder „normale“ Mensch vor Müdigkeit einfach zusammen klappt, doch glatt verpasst. Als es draußen hell wurde, mussten wir uns direkt zwingen, mal drei Stunden lang nicht an Ina und alles drumrum zu denken und einfach die Augen zu schliessen. Leider boykottierte auch diesmal wieder eine kleine, fiese Telefondose unsere Arbeit. Ihr seht also, es liegt nicht an uns.
Kommen wir jetzt mal zum Konzert.
Der selbsternannte Zivil-Hippie (wenn er Haare hätte, dann ganz lange) Julian lässt es sich einfach nicht nehmen, öfter mal ein paar Songs auszutauschen aus Rücksicht auf die Fans, die jeden Tag dabei sind. Selbstverständlich fühlen wir uns dadurch geschmeichelt, vermissen aber auch schon das ein oder andere Lied, das wir schon so lieb gewonnen haben, wie z.B.“Blue Tattoo“. Allerdings ist es auch nicht ganz leicht, wie Julian immer sagt, ein ganzes Leben in so eine kleine halbe Stunde zu packen. Erinnert Ihr Euch noch an das Versprechen das er in Lingen gab (... das beste Publikum)? Das Solinger Publikum hat gute Chancen auf den Sieg!
Erwartungsvolle, freudig erregte Gesichter und hippelig zuckende Frauen und Männer konnten es kaum erwarten, das es endlich los ging. Viele Fans waren extra aus Köln und anderen Städten angereist, da es für sie die einzige Chance war, Ina auf dieser Tour sehen zu können. Zunehmende Fragen wurden laut, warum nichts in Köln und Aachen wäre, schließlich würde sie doch dort wohnen und hätte somit ein absolutes Heimspiel. Aber auch hier war es ein voller Erfolg! Das Konzert ging richtig unter die Haut und machte selbst vor unseren lädierten und erschöpften Körpern keinen Halt. Es war, als hätten wir in eine Steckdose gefasst. Auch die Bühne selbst muss unter Starkstrom gestanden haben, denn nur so lässt es sich erklären, das kaum einer aus der Band mal für einen längeren Zeitpunkt stillgestanden hat. Die normalerweise festgelegten Standorte eines jeden einzelnen verwischten sich hier zu einem „Ich will die ganze Bühne“-Wettkampf. Tom Tom und Gero konnten an diesem Spiel leider nicht so ganz teilnehmen, da es sich mit Schlagzeug und Orgel so schlecht springen lässt. Sprünge von bis zu 1 m Höhe von Manni erweckten den Eindruck, er stünde auf einem Trampolin. Auch gesangsmäßig hat er um einiges mehr geboten, was den Geschmack der Fans natürlich ganz besonders getroffen hat. Es hat einfach bombig Spaß gemacht, diese Hetzjagdten und das gegenseitige hoch peitschen auf der Bühne hautnah mitzuerleben. Immer eindrucksvoller und schöner und mit so viel Gefühl, dass es einem fast das Herz zerreißt und die Tränen in die Augen treibt, singt Ina die „Wilden Wölfe“. Da wird einem wirklich anders und bis jetzt war jedes Publikum davon ergriffen und tief berührt.
Hey Ina, wir glauben an das was kommt und wissen, es wird klappen!
Zusammen werden wir das „Kind“ schon schaukeln!
Dat schul doch mit’n Deubel togehen, wenn ni.
Begleitet wird sie nur von Gero am Klavier. Ein ganz ganz großes Kompliment an Dich, Gero. Du spielst es absolut traumhaft. Dieses Lied verspricht Gänsehautgarantie! Einfach unfassbar, das wir trotz tagelanger Hechtsprungproben und Trampolinsprüngen - um im Notfall sofort auf die Bühne hechten zu können - nicht in der Lage waren, das nahende Unglück aufzuhalten. Das gute „alte“ Stück ist einfach umgefallen. Boin, da lag sie nun, begleitet von unseren entsetzten Schreien. Hoffentlich hatte sie keinen Schaden genommen und war verstimmt. Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden wahr. Sie war verstimmt, die gute alte (neue) Lakewood-Gitarre! Allerdings kam sie damit bei Ina nicht durch. Ein paar geübte Handgriffe und alles klang wieder perfekt. So gabs dann auch einen schönen Abschluß, auch wenn Reinhard Mey mal wieder keine Zeit hatte, bei „Einfach abhaun“ dabei zu sein. Göttin sei Dank hat Ina ja genug Männer auf der Bühne und wenn die mal nicht wollen, dann hat sie ja auch noch uns vor der Bühne.
Eine ganz besondere Überraschung gab es dann nach Konzertende um Mitternacht noch: der Jo (Ex-Produzent und Ex-Keyborder und Chef vom Merchandising) hatte Geburtstag! Ina spendierte den Sekt und zusammen haben wir ihm ein Ständchen gebracht. Die große Feier findet heute leider ohne uns statt! Trotzdem wünschen wir Dir, lieber Jo und Deinen Gästen super viel Spaß. Wir denken an Dich!
Und in diesem Sinne sagen wir nun „Servus“ bis Freiburg.
Dieses war der sechste Streich – und der siebte ist nicht weit.
P.S. Ein herzliches Willkommen auch an Frank (Transrapid), den Mann am Sound! Schön, dass Du endlich da bist.

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