Solingen
Triumphales Konzert
Nach dem wunderschönen
aber doch anstrengenden Konzert in Aschaffenburg hatten wir etwas
Entspannung bitter nötig, und wo kriegen wir die besser, als in unserer
Wahlheimat Köln. Eigentlich hatten wir gedacht, das wäre die beste Gelegenheit,
endlich mal ein bisschen Schlaf nachzuholen. Erstens kommt es anders und
zweitens als man denkt, denn als uns
klar wurde, was wir noch alles tun
mußten, um Euch „up to date“ zu bringen und Ina und Band ein geiles
Abschlusskonzert zu bescheren, war natürlich auch dieser Traum schnell wieder
vorbei. Aus diesem Grunde waren wir leider auch nicht mehr in der Lage weder
körperlich noch zeitlich am Abend Julians Auftritt in Köln mitzuerleben und zu
gestalten. Bitte verzeih uns das Julian! Dann kam, was kommen musste: wir haben
den Zeitpunkt, an dem jeder „normale“ Mensch vor Müdigkeit einfach zusammen
klappt, doch glatt verpasst. Als es draußen hell wurde, mussten wir
uns direkt zwingen, mal drei Stunden lang nicht an Ina und alles drumrum zu
denken und einfach die Augen zu schliessen. Leider boykottierte auch diesmal
wieder eine kleine, fiese Telefondose unsere Arbeit. Ihr seht also, es liegt
nicht an uns.
Kommen wir jetzt mal zum Konzert.
Der selbsternannte Zivil-Hippie (wenn er Haare hätte, dann
ganz lange) Julian lässt es sich einfach nicht nehmen, öfter mal ein paar Songs
auszutauschen aus Rücksicht auf die Fans, die jeden Tag dabei sind.
Selbstverständlich fühlen wir uns dadurch geschmeichelt, vermissen aber auch
schon das ein oder andere Lied, das wir schon so lieb gewonnen haben, wie
z.B.“Blue Tattoo“. Allerdings ist es auch nicht ganz leicht, wie Julian immer
sagt, ein ganzes Leben in so eine kleine halbe Stunde zu packen. Erinnert Ihr
Euch noch an das Versprechen das er in Lingen gab (... das beste Publikum)? Das
Solinger Publikum hat gute Chancen auf den Sieg!
Erwartungsvolle, freudig erregte Gesichter und hippelig
zuckende Frauen und Männer konnten es kaum erwarten, das es endlich los ging.
Viele Fans waren extra aus Köln und anderen Städten angereist, da es für sie
die einzige Chance war, Ina auf dieser Tour sehen zu können. Zunehmende Fragen
wurden laut, warum nichts in Köln und Aachen wäre, schließlich würde sie doch
dort wohnen und hätte somit ein absolutes Heimspiel. Aber auch hier war es ein
voller Erfolg! Das Konzert ging richtig unter die Haut und machte selbst vor
unseren lädierten und erschöpften Körpern keinen Halt. Es war, als hätten wir
in eine Steckdose gefasst. Auch die Bühne selbst muss unter Starkstrom
gestanden haben, denn nur so lässt es sich erklären, das kaum einer aus der
Band mal für einen längeren Zeitpunkt stillgestanden hat. Die normalerweise
festgelegten Standorte eines jeden einzelnen verwischten sich hier zu einem
„Ich will die ganze Bühne“-Wettkampf. Tom Tom und Gero konnten an diesem Spiel
leider nicht so ganz teilnehmen, da es sich mit Schlagzeug und Orgel so
schlecht springen lässt. Sprünge von bis zu 1 m Höhe von Manni erweckten den
Eindruck, er stünde auf einem Trampolin. Auch gesangsmäßig hat er um einiges
mehr geboten, was den Geschmack der Fans natürlich ganz besonders getroffen
hat. Es hat einfach bombig Spaß gemacht, diese Hetzjagdten und das gegenseitige
hoch peitschen auf der Bühne hautnah mitzuerleben. Immer eindrucksvoller und
schöner und mit so viel Gefühl, dass es einem fast das Herz zerreißt und die
Tränen in die Augen treibt, singt Ina die „Wilden Wölfe“. Da wird einem
wirklich anders und bis jetzt war jedes Publikum davon ergriffen und tief
berührt.
Hey Ina, wir glauben an das was kommt und wissen, es wird klappen!
Zusammen werden wir das „Kind“ schon schaukeln!
Dat schul doch mit’n Deubel
togehen, wenn ni.

Begleitet wird sie nur von Gero am Klavier. Ein ganz ganz
großes Kompliment an Dich, Gero. Du spielst es absolut traumhaft. Dieses Lied
verspricht Gänsehautgarantie! Einfach unfassbar, das wir trotz tagelanger
Hechtsprungproben und Trampolinsprüngen - um im Notfall sofort auf die Bühne
hechten zu können - nicht in der Lage waren, das nahende Unglück aufzuhalten.
Das gute „alte“ Stück ist einfach umgefallen. Boin, da lag sie nun, begleitet
von unseren entsetzten Schreien. Hoffentlich hatte sie keinen Schaden genommen
und war verstimmt. Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden wahr. Sie war
verstimmt, die gute alte (neue) Lakewood-Gitarre! Allerdings kam sie damit bei Ina nicht
durch. Ein paar geübte Handgriffe und alles klang wieder perfekt. So gabs dann
auch einen schönen Abschluß, auch wenn Reinhard Mey mal wieder keine Zeit
hatte, bei „Einfach abhaun“ dabei zu sein. Göttin sei Dank hat Ina ja genug
Männer auf der Bühne und wenn die mal nicht wollen, dann hat sie ja auch noch
uns vor der Bühne.

Eine ganz besondere Überraschung gab es dann nach
Konzertende um Mitternacht noch: der Jo (Ex-Produzent und Ex-Keyborder und Chef
vom Merchandising) hatte Geburtstag! Ina spendierte den Sekt und zusammen haben
wir ihm ein Ständchen gebracht. Die große Feier findet heute leider ohne uns
statt! Trotzdem wünschen wir Dir, lieber Jo und Deinen Gästen super viel Spaß.
Wir denken an Dich!
Und in diesem Sinne sagen wir nun „Servus“ bis Freiburg.
Dieses war der sechste Streich – und der siebte ist nicht
weit.

P.S. Ein herzliches
Willkommen auch an Frank (Transrapid), den Mann am Sound! Schön, dass Du
endlich da bist.
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