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Hier einige Statements und Gedanken von Ina über einige ihrer Alben:
Ein Wunder
Heute
Hits & Flops
Mit Leidenschaft
Mit früher ist heute vorbei
Ich will die Hälfte der Welt
Frauen kommen langsam - aber gewaltig
Soll mich lieben wer will
Neues Studioalbum: Ein Wunder
Nach mehr als sieben Jahren anlässlich ihres 60. Geburtstages veröffentlicht Ina Deter
ein Album mit Liedern aus ihrem vergangenen und gegenwärtigen musikalischen Leben.
Sie präsentiert elf ihrer bekanntesten und für sie immer noch in ihrer Aussage bis heute
Bestand habenden Lieder sowie drei neue Titel.
Alle Titel sind neu arrangiert und produziert von Micki Meuser, der 1982 bereits mit ihr das Erfolgsalbum „Neue Männer braucht
das Land“ aufgenommen hat.
Das Ergebnis sind 11 ihrer bekanntesten Songs inklusive „Neue Männer braucht das Land“
und drei bislang noch unveröffentlichte Lieder (Lucy; Mutter unser; Lied an die Engel).
Alle Titel in einem musikalischen Gewand der Gegenwart, gesungen mit der Leichtigkeit und
Aussagekraft einer Künstlerin, der es nach nunmehr 30 Jahren ihres musikalischen Schaffens
gelungen ist, sich noch einmal selbst zu übertreffen.
Ein Wunder…so lautet der Titelsong des neuen Albums. Sie hat ihn bereits 1984 geschrieben.
Heute ist er aktueller denn je. Aussage und Inhalt bewegen die ganze Welt.
Ein Wunder ist es für Ina Deter aber auch, dass sie ihre Krankheit besiegt hat und ihre
Karriere fortsetzen kann.
… und ein weiteres ganz persönliches Wunder war es für sie nach mehr als 23 Jahren dieses
wunderbare Album zusammen mit ihrem alten musikalischen Freund Micki Meuser und ihrem
langjährigen Wegbegleiter Manni Holländer aufnehmen zu können.
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Ina über die LP "Heute; (1978)
"Heute..." ist INA DETERS zweite LP. Die Künstlerin sagt dazu:
Erstmals konnte ich selbst produzieren. "Heute..." ist ein genauer Bericht darüber, wie ich heute denke und
fühle. Dazu brauchte ich eine nahezu totale Kontrolle über die Aufnahme meiner Lieder, ich mußte Herr im
eigenen Hause sein. Ich machte ein Demo, um zu beweisen, daß meine eigenen Vorstellungen von meinen eigenen
Kompositionen durchaus realisierbar sind.
CBS hat meine Arbeit gehört und akzeptiert. Ich kann zu "Heute..." sagen, daß ich voll und ganz hinter dem
stehe, was ich der Öffentlichkeit als meine neuesten und aktuellsten Lieder vorstelle.
Ich habe bei meiner neuen LP in einer Weise tätig werden können, wie ich es bisher für mich nicht für machbar
hielt.
Der neue Themenbereich der INA DETER
Meiner ersten LP "Ich sollte eigentlich ein Junge werden" hat man eine zu große Konzentration auf das
Thema "Zweierbeziehung" vorgeworfen. Diese LP hat dennoch ihre Bedeutung und Richtigkeit in
meinem Leben. "Heute..." zeigt, wie sehr ich mich der weiteren Umwelt und ihrer Problematik geöffnet
habe. Die neue LP spricht von Problemen, die mich jetzt mindestens ebenso beschäftigen wie das, was
aus einer Zweierbeziehung alles werden kann. Ich konnte mit mir selbst ins Reine kommen. Vielleicht liegt
das auch daran, daß es an meinen Ellenbogen nichts mehr abzuwetzen gibt.
Ich gehöre zu denen, die aus Fehlern lernen können.
Manche störten sich auch daran, daß ich keinerlei Patentlösung vorschlug. Ich störe mich an Aussagen ganz
von oben herab. Ich würde niemals den Mut aufbringen, zu sagen: Das und das ist richtig. Jeder macht sein
eigenes Glück. Ich kann nur davon singen, was mich glücklich oder glücklicher gemacht hat.
Deshalb, und dazu stehe ich, die ganz natürliche Subjektivität meiner Lieder und meine Bereitschaft davon
zu erzählen, daß man zuhören soll. Da kommen wir dann auch zur Beziehung zwischen Mann und Frau. Gemeinsam
müssen, wenn Probleme da sind, die Lösungen gesucht werden, fernab von Patentrezepten aus einem Buch oder
auf einer Schallplatte.
Ganz konkrete Gespräche mit den Zuhörern meiner Konzerte haben mir deutlich gemacht, wie wenig von meinen
rosaroten Wünschen und Vorstellungen in der Realität durchführbar ist.
Jetzt, wo ich endlich dem Anderen zuhören kann, kann ich auch so leben, wie ich es will. Des anderen
Toleranz bedingt meine.
Was INA DETER zu den einzelnen Liedern zu sagen hat:
WEISST DU NOCH:
handelt von einer Reise in eine Landschaft der Vergangenheit, in eine ganz konkrete Landschaft.
Es ist eine Rückerinnerung an eine Zeit, in der die Wolken noch keinen gelblichen Farbton hatten und die
Welt noch nicht an Plastikblumen und Massenware erstickte.
SIEH MICH AN:
ist das Lied einer inzwischen 31jährigen, die früher dem 30. Geburtstag mit Entsetzen entgegensah. Ich stellte
mir vor, daß ich dann mit ältlichen Freundinnen meine Falten zählen würde.
Nun, meine Kaffeekränzchen sind Frauentreffen und meine Falten lassen mich eher kalt. Natürlich war es gerade
für mich als Frau schwer, die ersten "Verfallserscheinungen" hinzunehmen. Gerade wir Frauen müssen uns als eine
Art Ware begreifen, deren Wert radikal sinkt, wenn sie nicht mehr ganz frisch ist. Ich jedenfalls habe gelernt,
mit meinen innerlichen und äußerlichen Schrammen zu leben.
DU BIST GANZ ANDERS:
ist das Lob an einen Mann, der weiß, daß er seine Rolle genauso verinnerlicht hatte wie auch die Frau, und
der es zugibt und ändern will.
HEUTE:
ist mein Kommentar zu all jenen, die mich vermarktet und benutzt haben. Ich weiß, daß man mir meine
"Bedürfnisse" eingeredet hatte und HEUTE ist ist es eben so, daß ich so lebe, wie ich will.
AM LIEBSTEN WILL ICH:
Wie alle Menschen hänge ich von Stimmungen und vom Wetter ab. Regen deprimiert, Sonnenschein aktiviert mich.
Dann könnte ich die Welt umarmen, "Gutes tun" und den Leuten, die ich gekränkt habe, um Verzeihung bitten
und den mir wichtigsten Menschen fragen, ob er für mich durchs Feuer gehen würde.
LASST UNS DIE LETZTEN BÄUME:
ist mein kleiner Beitrag zum Thema "Umweltbewußtsein". In meinem Stadtteil geht man gegen alles an, was
eine Stadt bewohnbar macht und der sogenannten Städtebebauung im Wege ist. Bäume, Grünes, Häuser und
letztlich auch Menschen werden Opfer von Fehlplanungen. Keiner der Anrainer will das, was man dem Viertel
hier antut, aber kein Protest hilft.
Mich deprimiert die Tatsache, daß aus den gigantischen Steinwüsten anderer Städte nichts gelernt wurde
und der Lebensraum der Menschen den Managern egal ist.
WIEVIELE JAHRE NOCH:
ist ein Appell an alle jene, die nicht zuhören wollen und können. Das Lied drückt den Wunsch nach dem
rechten Verstehen aus und fragt, wieviele Hoffnungen noch begraben werden müssen, bis man sich endlich -
und vielleicht zu spät - versteht.
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Inas
Statements und Gedanken:
... zu den Liedern der
Doppel-CD
( zusammengetragen
aus versch. Jahren)
CD1:
Neue Männa:
Eine Bluegrass- Version des Klassikers, wie ich ihn geschrieben hätte,
hätte ich ihn ´96/´97 zum ersten Mal komponiert.
Ohne mich:
Der Sonntag wäre so spannend, wenn der Montag nicht wäre. (`86)
Soll mich lieben wer will:
Nicht nur aus Liebe weinen, es gibt auf Erden
nicht nur den einen; es gibt so viele auf dieser Welt, ich liebe jeden, der
mir gefällt. (´88)
Jederzeit:
Die Musik stammt von Martin Grieben, einem Freund + Musikerkollegen.(´93)
Mit Leidenschaft:
Räumlich voneinander entfernt, innerlich ganz nah beieinander (´84).
Mein ganz persönliches Tourmotto ´99.
Der Eislöffel:
Die ultimative Bedienungsanleitung zur Bewältigung von Liebeskummer.
Schwestern von gestern:
Frauenschicksale, von der Geschichtsschreibung
beharrlich totgeschwiegen, kommen hier endlich ans Tageslicht.
Nur Liebe und sonst gar nichts:
Ich bin so selten vernünftig um
diese Zeit- dann kann mir alles passieren. Und manchmal geh ich einfach verloren,
denn ich liebe es, mich zu verliern. (´82)
Denn wir wissen was wir tun:
Die Erde braucht uns nicht, aber wir brauchen die Erde.
Zwischen den Stürmen:
Wer hat denn zwei Sekunden vor dem Urknall gesagt:
“Laß krachen?“
Zusammenleben und Frei sein:
Hat mir schon früher so gut gefallen, daß
ich immer mitgesummt habe. Sehr schönes Gitarrensolo von Manni.
Ob blond, ob braun, ob henna:
1982 war ich noch der Meinung, daß
das Märchen vom Prinzen längst ein Flop ist. (Frage der Redaktion:
...und heute?) Es gibt sie ja, die Traummänner- nur arbeiten sie zuviel
und gehen zu selten auf die Piste. (´93)
Deine Zauber wirken noch:
... über die Stunden, in denen man nicht
alleine ist, und sich trotzdem sehr einsam fühlt. Die Musik ist von Sting,
der Text von mir.
Die Ratten sind los:
Da schlägt meine Liebe zum Raggae voll durch.
Ein Wunder:
Eines meiner geheimen Lieblingslieder.
Panama-alt:
Dieses Lied gab es in zwei versch. Versionen auf der LP
„Soll mich lieben wer will“
So wie ich bin:
Die pathetische Schlußnummer des Albums „Mit Leidenschaft“
CD 2:
Einfach abhaun:
Vielen Dank, Reinhard Mey, daß du Lust hattest, mitzumachen.
Ich will die Hälfte der Welt:
So spielen wir heute den Titelsong meiner LP von 1987.
Frauen kommen langsam aber gewaltig:
Manni, als der „Junge mit der Mundharmonika“. Das Original erschien 1986 auf der gleichnamigen CD.
Frau sein:
Ich glaube, daß die Männer im Moment zumindest nicht der
Weisheit letzter Schluß sind, wie sie uns täglich beweisen. Das
ist eine hoffnungsvolle Zeit, und die kann für mich nur lauten, ganz
persönlich: Frauen ran! Frau sein! (´93)
Von Luft und Liebe:
Diese Musik ist auch von Martin Grieben und die Aufnahme stammt vom live-Konzert aus dem E-Werk ´93.
Du hast ´ne Ladung Dynamit:
Ich reibe mir manchmal die Augen,
wie ein wachgeknutschtes Dornröschen, das gerade von einem Prinzen erlöst
wurde und das mit ihm auf sein Schloß reitet und das nichts
von dem Zauber weiß, der nicht ewig währt. (´86)- Es gibt
Tage, da gibt es nur eins: „Dynamit“ rein, Lautstärke auf 10 und ab
geht’s.
St. James Infirmary:
Meine allererste Band: die „Woodcutter Skiffle
Group“ mit einer Aufnahme aus dem Probenraum. (´60)
Jack O´Diamond:
Die „Lucky Girls“ 1963 bei einer live-Veranstaltung des SFB.
Wenn du so bist, wie dein Lachen:
Hielte nur ein paar Minuten länger
diese Minute an (´74). Joan Baez läßt grüßen.
Als
Zugabe für alle: Ein Duett mit „CINDY UND BERT“
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Ina über die LP "Mit Leidenschaft" (1984)
Mit Leidenschaft:
Es gibt Momente, die ich sehr intensiv erlebe und sie dann auch so
aufschreibe. Hundert mal gedacht, jetzt
muß ich anrufen, hundert mal den gleichen Traum geträumt, hundert mal weiche Knie gekriegt.
Aus hundert mal ist jeden Tag geworden, und jeden Tag will ich`s erleben,...
"mit Leidenschaft, mein ganzes Leben"...
Kefala:
Ich sah noch nie einen Horizont morgens so rosa brennen. Noch nie ein Dorf, aus Lehmhütten, so richtig
im Urwald. Erlebte die Ruhe noch nie so eigenartig still und geheimnisvoll, wie in Afrika, nachmittags um
18 Uhr, wo sonst bei uns, alle nervös an den Supermarktkassen rumschubsen.
Kefala hieß eines der Mädchen aus einem Dorf in Kenia, das ich kennengelernt habe. Neun Jahre
alt ist sie, und ging nie zur Schule. Kefala, ich hab dich tanzten gesehn am anderen Ende der Welt.
Da liebt man und da lebt man ganz anders, da muß ich noch mal hin.
Vor lauter Liebe:
Das erste Lied, zu dem ich nicht die Musik geschrieben habe. Gegensätze liebenswert finden zu
können, sowohl das Eine, als auch das Andere zu sehen und zu mögen.
Beides, alles haben zu wollen,..." und alles zu wollen, ist nicht zu viel"...
Ist schon o.k.:
Jedesmal sagt man, "Kein zweites Mal" ... bis zum nächsten Mal. Und jedesmal hofft und
glaubt und denkt man, bis man wieder da ist, wo man nie mehr sein wollte. Schon lange sage ich nicht
mehr "nie", obwohl es jedesmal wieder weh tut, ... denn es "ist schon o.k."...
Schwarz oder Weiß
Wir redeten einfach nur so miteinander, bis ich merkte, daß es einen Haß gibt, der grenzenlos
ist, der weder "Weißen" noch "Schwarzen" speziell gilt, weder Frauen noch
Männern im einzelnen, sondern allen gleichermaßen zusammen: Ein Mischling zu sein, braune Haut
zu haben und noch Frau dazu, muß eine unvorstellbare Hölle sein, in der man leben muß,
in der man nur noch aggressiv und haßerfüllt reagieren kann.. Von den "Schwarzen"
wird man angespuckt, für die "Weißen" ist man Dreck.
Man gehört zu beiden nicht, ist "weder noch".
Reden ist Silber, Schreien ist Gold
Leicht ist es nicht, den Mund aufzumachen, schon gar nicht zu schreien. Schreien zu wollen und nicht zu
können, sind Träume, die man lebt; und Träume zu leben ist schwer.
Einmal Mut haben, Lust zeigen, auf jemanden zugehen können und ihm sagen, was man mit ihm zusammen
will. Nie mehr warten und reden, immer ganz laut schreien, was man will und daß man will.
Amoklauf
Kühlschrank auf, Kühlschrank zu. An keinem Büdchen kommt man vorbei. Hier`n Eis, da noch
ein Tütchen Gummibärchen oder `ne Schokolade. Von dem ganzen sinnlosen Gefresse wird man immer
"fetter" und "fetter". Frust oder Befriedigung oder beides, und alles wegen...,
da kriegt man erst richtig Panik und läuft Amok und wird immer "irrer" und irrer"
und schreit zum Schluß nur noch "mir ist so schlecht von dir, warum passiert das immer nur
mir"...
Welcome Home
...oder... wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren.
Es war im Sommer `82, in England. Ich saß beim Frühstück, der Fernseher lief. Gezeigt wurde
"Die glückliche Heimkehr der Falkland- Soldaten". Ein großes weißes Schiff
legte im Hafen an, Blaskapellen spielten. Frauen, Kinder, Omis, Opas, alle waren da, um ihren Jungen
abzuholen. "Welcome Home", John" stand auf großen Transparenten. Rote Rosen in
vielen Frauenhänden und die Tränen rollten. Eine Szenerie wie vor 500 Jahren, nur mit anderen
Kostümen.
Tage vorher die Fragen der Reporter an die Frauen, die alle einen Mann, einen Bruder, den Vater in
Falkland haben, was sie von dem Krieg hielten, ob er nötig war, ob es Sinn hätte, ihn
weiterzuführen. Dieselben Reporter mit den selben Fragen an die selben Frauen nun wieder hier.
Vorher waren Angst, Sinnlosigkeit und Verurteilung des Krieges die Antworten. Jetzt sind sie glücklich
darüber, dass alles so gut verlaufen ist, froh, daß ihr John noch Hause gekommen ist.
...und, was auf dem Schiff steht, denken und fühlen alle:
"Maggie, deine Orders sind okay..."
Ich habe Angst
Trotz aller Frauen- Friedens- und- Umweltbewegungen, "ich habe Angst". "Ich habe
Angst" vor der gelangweilt dahin lebenden Reklamegeneration. Es gibt noch zu viele von denen,
die unbewußt sind, als daß man sagen könnte, ein neues Bewußtsein hätte
alles verändert. Vieles ist anders geworden, aber nur sehr weniges, um keine Angst mehr haben
zu müssen.
So wie ich bin
Was habe ich nicht schon alles gelebt, gesagt, gefühlt, gezeigt. Zu viel gesagt, zuwenig gelebt,
oft falsch gefühlt, alles gezeigt.
Manches war eben doch nicht so, wie ich dachte, manches eben doch nicht so, wie diesmal. Jetzt komme
ich mir vor, als fühlte ich ..." was noch nie da war", komme mir vor, als wollte
ich,... "und das nur mit dir"...
"so, wie ich bin, so kann`s nur sein, jedesmal fall ich drauf rein".
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"Mit früher ist heute vorbei" `97
Fast immer meistens - nicht:
"... weg ist mein dicker Bauch, und was für eine Pfirsichhaut, wenn ich in den Spiegel schau..."
Dieser Song erscheint auch als Single, genau passend zu der Jahreszeit, in der die Zeitschriften wieder
voll von Wunderdiäten und ''Schlank-in-nur-14-Tagen"-Artikeln sind. Ein Song für das positive
Lebensgefühl derjenigen, die nicht dem Schönheitsideal (welchem eigentlich?) entsprechen. Mein
Komplex war ja immer, daß ich so klein bin. Schon als Schulmädchen beneidete ich die
Klassenkameradinnen, die "länger" waren und einen größeren Busen hatten als ich. Es
war nämlich die Zeit der Sexbomben mit den üppigen Oberweite] und den wohlgerundeten
Sitzflächen. Eine Vorstadt-Audrey-Hepburn entsprach diesem Schönheitsideal nicht.
Und heute ..,
Mitte Juni:
"... ich lausche auf den Wassertropfen, der leise durch die Mauer rinnt..."
Über den Sommer, der ein Winter war. Ich glaube, jede(r) von uns kennt diese Sommerdepression,
Es ist Juni, aber mittendrin, da fühlt man sich so kalt, als wäre es Weihnachten.
Deine Zauber wirken noch:
"... du sagst " ich liebe nur dich" - ich spüre deine Worte und friere innerlich..."
Diesen Text schrieb ich nach einer Komposition von Sting, für die ich ihm sehr herzlich danke. Über
die Stunden, in denen man nicht alleine ist und sich trotzdem einsam fühlt.
Zwischen den Stürmen:
"... zwischen den Stürmen, da wo ich bin, zwischen den Welten geht's überal hin..."
Aber auch die Ruhe nach einem Sturm ist nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm!
Was weiss ich:
"... wie, mit mir das war dir wieder mal peinlich...!?"
Ein Song über jene Spezies Mann, die glauben, ihre Lebensgefährtin müsse funktionieren wie
ein Geschäftspartner - und die sie auch so behandeln.
Wie ein Fluß:
"... er ist das, was nie zu Ende geht - wie die Zeit, die nie stillsteht..."
Das Erste, diese Erde und dieser Himmel, sind nur ein Teil der Wahrheit, Unser Leben auf dieser Erde ist
nur ein Teil der Wahrheit, Unsere Schrecken auf dieser Erde, unser Schmerz, die Unruhe, sind nur ein Teil der
Wahrheit.
(Aus der Offenbarung des Johannes, Kap. 21)
Die Frauen früher (Hippielied):
"... der Sonnabend war noch ein Tag der Arbeit, an dem man schon mal seine Unschuld verlor..."
...und der Szene-Hit war "In-A-Gadda-Da-Vida"
Viele junge Bands singen heute darüber, daß alles mies und schlecht sei, Mich erinnert das an den
Satz von Karl Valentin "Die Zukunft war früher auch einmal besser." Das stimmt nicht. Erinnerungen
verklären nur. Und was das kommende betrifft, so sollten wir unsere pessimistische Einstellung
dazu ändern.
Hurra, die alten sind da:
"... und gingen Kartoffeln klauen, die Trümmerfrauen.."
Mt diesem Song möchte ich einer Generation von Frauen meinen Respekt erweisen, ohne die unser Land niemals
das geworden wäre, was es heute ist.
Die Geschichtsschreibung hat ihnen unrecht getan. Nicht vom "Vater", sondern von den "Müttern des
Wirtschaftswachstums" müßte die Rede sein.
Lebenslänglich:
"... und was ist mit immer und ewig?.."
Versuch einer Standortbestimmung. Jeder von uns braucht einen Platz, wo er gut aufgehoben ist. Wo man nicht
nur beruhigt ist, sondern ruhig.
Für`n kurzen Augenblick:
"... ich fühle mich als ein Teil von 'nem Teilchen..."
Für die Wissenschaft ist die menschliche Intelligenz nach wie vor ein nicht einzuordnendes Rätsel.
Trotzdem forschen die Naturwissenschaftler nach weiteren intelligenten Lebewesen in den Weiten des Alls.
Müßte nicht erst einmal bewiesen wer den, daß es unintelligentes Leben überhaupt gibt?
Wahrscheinlich aber ist es für die streng Gläubigen ein Vorteil, daß sich ihnen die
dümmsten Fragen von selbst verbieten. Wer hat denn, zum Beispiel, Sekunden vor dem Urknall
"Laß krachen!" gesagt'
Neue Männa:
"... er muß nett sein - auch im Bett.."
Einen Song immer wieder live zu spielen, das muß auch nach Jahren Spaß machen, sonst sollte
man es lassen. Ich habe deshalb eine neue Fassung des "Klassikers" eingespielt; ganz so, wie ich den Song
geschrieben hätte, hätte ich ihn 96/91 zum ersten Mal komponiert.
KlampfenElse:
"... doch ich mag meinen verfilzten Pullover, der so alt aussieht wie ich bin.."
Zum Abschluß eine Ballade über den Umgang mit Kritik und Kritiker(inne). Wie man 1997 sieht und
hört: Ich habe alles überlebt!
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Im Gespräch: INA DETER
(1987)
... soviel positive Energie abstrahlen wie möglich"
'Ich will die Hälfte der Welt' ist dein 9. Album in zehn Jahren. Gab's diesmal
Unterschiede zu der Arbeit an deinen früheren Platten?
Es gab vor allem einen Unterschied: Diesmal war's eine viel intensivere Arbeit. Früher hab' ich immer
dann Lieder geschrieben, wenn ich mich danach gefühlt habe. Für die neue Platte hab' ich mich oft ganz
konzentriert an einen Tisch gesetzt und zu schreiben versucht und dabei gemerkt, daß das so gar nicht geht
für mich. Da hab' ich dann ein paar wirklich furchtbare Perioden durchgemacht, wo ich das Gefühl hatte,
ich muß hier weg und alles mal vergessen, einfach abtauchen.
'Einfach abhaun, einfach gehn' heißt ein Stück auf der neuen LP. Ist
so eine Situation damit gemeint?
Ja, das bezieht sich genau darauf. Ich bin ja dann auch wirklich weggefahren, auf die Malediven.
Mein Freund, der Jo Steinebach, hat mich zum Tauchen gebracht, und so hab' ich da meinen Tauchschein
gemacht. Der Jo war auch derjenige, der mich immer wieder rauf- gezogen hat, wenn ich in so ein Loch
gefallen bin.
Gleich im ersten Lied auf der LP singst du: "Immer wieder fängst du mich auf..."
Ja, 'Immer wieder' - damit hab' ich schon den Jo gemeint, das ist an ihn gerichtet...
Viele deiner Lieder haben anscheinend einen solchen autobiographischen Hintergrund.
Ja, ziemlich viele. Zum Beispiel 'Durch alle Himmel und Höllen' - dieser Titel ist eigentlich
symptomatisch für die ganze Platte, denn ich war wirklich in dem Jahr, in dem ich diese Lieder geschrieben
habe, mal himmelhoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt. Manchmal war das Schreiben unheimlich
quälend, und dann gab's Momente, wo ich dachte: Was, das hast du selbst gemacht? Welcher Schutzengel hat
dir denn da die Hand geführt?
Welches Lied hat dich die größte Anstrengung gekostet?
'Ich will die Hälfte der Welt', ja, daran hab' ich anderthalb Jahre gearbeitet,
das hab' ich immer wieder umgeschrieben. Ich hab' da beim Durchlesen oft gemerkt: Der Text ist zwar richtig so,
aber er ist noch viel zu lang und kompliziert. Denn es ist ja überhaupt das Schwierigste, mal was ganz
einfach zu sagen und ganz einfach zu denken.
'Ich will die Hälfte der Welt' - ist das eine Forderung für dich?
Nein, das muß gar nicht eine Forderung sein, das ist mehr ein Satz, den ich mal im Kopf hatte,
der für einen bestimmten Zeitabschnitt steht, für eine Situation, die ich mal erlebt habe.
Zunächst klingt dieser Satz 'Ich will die Hälfte der Welt' wie eine Parole
oder ein Schlachtruf, aber wenn man das Lied komplett hört, stellt man fest, daß die Aussage gar
nicht so eindeutig ist. Du singst da zum Beispiel: "Jetzt bin ich vierzig, bin weder gerettet noch
verlor'n..." Fürchtest du nicht, einige Leute könnten dir wieder vorwerfen, daß du in
deinen Liedern keine so eindeutigePosition mehr beziehst wie in früheren Jahren?
Das ist ja alles schon passiert. Als ich nach 'Neue Männer braucht das Land' 'ne Platte gemacht hab',
die 'Mit Leidenschaft' hieß und auf der nur Liebeslieder waren, da haben mir das einige auch schon
übelgenommen. Ich kann's nicht ändern, ich kann nur sagen: Es tut mir leid, wenn ich eure
Erwartung nicht erfüllt habe, aber ich kann wirklich nur das schreiben, was ich selber fühle. Wenn
ich nicht aus meinen eigenen Gefühlen heraus schreiben würde, hätte ich die Lust am
Musikmachen längst verloren. Aber das ist eine Lust, die werd' ich mir nicht nehmen lassen. Aber
ich muß auch sagen, ich hab' im Laufe der Jahre gemerkt, daß es sowas wie ein Stammpublikum
gibt, Leute, die eine Platte von mir nicht nur kaufen, weil sie gerade angesagt ist, sondern die sich
wirklich für das interessieren, was ich mache. Für die ist das dann genauso wie für mich
ein schönes Erlebnis, mal wieder aufeinanderzutreffen im Konzert, sich nach 'nem Jahr in Hamburg oder
Berlin oder München wiederzusehen und zu sagen: Da sind wir also wieder - nun laßt mal gucken,
was wir in der Zwischenzeit alles erlebt haben und wie wir heute miteinander klarkommen!
Ich will die Hälfte der Welt' klingt fast durchgehend sehr optimistisch.
Das liegt sicher auch daran, daß die meisten Songs diesen druckvollen Rhythmus von Bass und Schlagzeug
haben, oder?
Ja, wir hatten das auf den ersten Demos schon so geplant, daß das Rhythmen sein sollten, die in den
Bauch gehen. Es ist ja auch so, daß meine Texte früher fast immer wichtiger waren als die Musik,
und das hat sich mit der Zeit ausgeglichen. Es ist ja auch neu an dieser LP, daß so viele Kompositionen
von Jo Steinebach drauf sind. Die Texte sind von mir, und der Jo hat hauptsächlich komponiert. Dann haben
wir zusammen die Grund-Arrangements gemacht, und bei der Produktion haben wir dann sehr darauf geachtet,
daß vor allem diese Einfachheit erhalten blieb. Ich glaube, auf der Produktion beruht auch das
optimistische Grundgefühl der ganzen Platte.
Produziert hat wieder der Edo Zanki. Wie groß war sein Einfluß?
Der Edo hat mit seiner Kreativität und seinen guten Ideen die I- Tüpfelchen hinzugefügt
und auf diese Weise das Beste aus den Songs herausgeholt. Aber der Edo ist ja ein Mensch, der die Musik
über alles liebt. Er würde nie sagen: Ich bin hier der Produzent, da muß man meine Handschrift
erkennen! Das Demo von 'Denn wir wissen, was wir tun' gefiel ihm zum Beispiel genauso gut
wie dem Jo und mir, und da hat er's dann im wesentlichen auch so gelassen, wie es war.
Noch mal zurück zu diesem positiven Lebensgefühl, das sich durch das
ganze Album zieht, dieser Optimismus steckt ja nicht nur in der Musik, sondern auch in Texten wie dieser
Zeile: "Durch alle Himmel und Höllen gibt's 'nen Weg ins Paradies..."
Ja, ich glaube, das liegt einfach daran, daß ich heute nicht mehr so mit dem erhobenen Zeigefinger
schreibe. Ich sehe viele Dinge positiver, das schlägt sich in den Liedern nieder, hoffe ich. Ich bin
wirklich gerade dabei, dieses positive Denken zu lernen, und wenn das nach außen spürbar wird,
wie du sagst, dann find' ich das ganz toll. Das heißt nicht, daß ich plötzlich mit allem
einverstanden bin, aber ich versuche, mir niemals zu sagen: Das wird sich nie verändern... Nein, ich
selber kann sehr viel verändern, vor allem mich selbst, und je positiver ich bin, desto positiver sind
mir auch andere gegenüber. Wir all bestehen ja aus Energie, und ich möchte soviel positive Energie
abstrahlen wie möglich.
Interview: Albrecht Piltz
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Infos zur LP "Frauen kommen langsam, aber gewaltig"
... und da fragen mich die Leute immer, was ich denn den ganzen Tag lang mache, wenn
ich nicht auf
Tour bin, ... was ich das letzte und das Jahr davor gemacht habe, ... warum man so lange nichts von mir
gehört hat, ... das ist einfach zu erklären, wenn man weiß, daß Lieder sich nicht
von selber schreiben.
1984
Ich war von April- Juli auf Tour. Drei Monate ununterbrochen unterwegs. In Deutschland, Österreich,
der Schweiz und Holland haben wir gespielt, wobei eines der schönsten und größten Festivals
in Europa, "Roskilde" in Dänemark, den Abschluß bildete.
Danach bin ich abgetaucht, untergetaucht,...habe in Mexiko ein paar Drinks mit Liberty Vallance
genommen und ähnliche obskure Dinge meiner Begierde veranstaltet.
Zurück in Deutschland lernte ich ein junges Komponisten –Talent (Jo Steinebach) kennen, mit dem
ich zu arbeiten begann. Wir machten uns Gedanken, wie man musikalische Einfälle am wirkungsvollsten
umsetzen kann, und bastelten ein Demostudio. Mit viel Rum- und Ausprobieren versüßten wir uns
einige Monate. Durch einige technische Kenntnisse schlauer geworden, fingen wir im Laufe der Zeit immer
wieder von vorne an, bis wir zum Jahresende einige Demos vorspielen konnten. Die ersten Titel waren im
Rohbau fertig.
1985
Wir machten weiter, wie wir im alten Jahr aufhörten. Bandmaschine an, Gitarrenamp an, Keyboards
an und spielten, spielten und spielten . Mit zwei Titeln fuhren wir nach England und spielten sie einem
Produzenten vor. Heute bin zufrieden, daß es nie zu einer Zusammenarbeit mit ihm kam. So sensibel,
wie Edo Zanki die LP produzierte, wäre ihm das nicht gelungen (ich ahnte so was). Zu Edo: Wir sollten
uns nach vielen "evtuell- mal sehen- vielleicht- Produzenten- Zusagen" im August kennen und
schätzen lernen. Er hatte nicht vor, eine Produktion zu machen, wollte mir aber mit Rat und Tat zur
Seite stehen.. Dann fuhr ich zu ihm. Er hörte sehr aufmerksam die Demos, und wollte dann doch.
Wir sollten uns nach vielen "eventuellen- mal sehen- vielleicht- Produzenten- Zusagen" im August
kennen und schätzen lernen. Er hatte nicht vor, eine Produktion zu machen, wollte mir aber mit Rat und
Tat zur Seite stehen. Dann fuhr ich zu ihm. Er hörte sehr aufmerksam die Demos- und wollte dann doch.
Vielleicht ahnte er damals schon, dass wir zusammen Spaß haben könnten, Musik zu machen. Er hat
sich nicht getäuscht. Es war so.
Edo Zanki hat mir seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt, ohne mich zu zerdrücken.
Er hat durch seine liebevolle Behandlung jedes einzelnen Titels eine wunderbare Bandbreite seiner musikalischen
Ideen eingebracht, die jedes Lied auf eine andere Art interessant macht. Das hab ich mir- bevor wir anfingen
zu arbeiten- so vorgestellt, nur ist es viel toller geworden, als ich dachte,... es war mein kleines Glück,
ihn getroffen zu haben...
1986
Jetzt ist die Platte fertig. Ich habe anderthalb Jahre mit Hilfe von Jo Steinebach an Demos rumgebastelt,
habe durch Zufall den Produzenten für mich kennengelernt und mit ihm zusammengearbeitet, habe
eine neue begeisterte Managerin, eine von mir überzeugte arbeitswütige Plattenfirma, eine neue Tour
im April und eine neue (ausgeliehene) Band (die Edo Zanki Band).
Was will ich mehr? ...
Na ja, ich will, daß viele die Platte so gut finden, wie ich,...
"Frauen kommen langsam- aber gewaltig", und daran glaube ich wirklich...
Januar 1986
P.S. Was ich wollte ist eingetroffen,...
- Viele Leute (mehr als 100.000) fanden die Platte so gut, wie ich ...
- die "ausgeliehene" Band ist inzwischen auch meine Band geworden...
- und die Frühjahrstour war ein großer Erfolg, so, daß wir im Dezember eine Wiederholungstour
starten!
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Soll mich lieben wer will
Dieser Satz drückt alles aus. Wie es jetzt ist, was ich mir wünsche.- Wer mich lieben soll?- Schwer zu
sagen- der darf- die nicht- nur so. Leicht zu sagen, der, den ich will- der, der will. Und wenn- dann
ganz- richtig- mit allem- dem kleinen- großen, "schönen" Katastrophen- unerschrocken! Warum- überlasse
ich allen Neugierigen, herauszufinden. Die Lieder handeln davon. Jedes für sich- auf seine Art!
Die Texte entstanden nachts, wie immer- wenn es still war- die Ruhe am Größten. Die Tage benutzte ich
zum Musik machen..., mit Jo Steinebach, meinem engsten Vertrauten, treuesten Mitarbeiter und
Musikerfreund..., der mich inspirierte, meine musikalischen Unausgegorenheiten ins Lot brachte,
ergänzte oder einfach über Bord warf, um wieder ganz von vorne anzufangen... (über ein Jahr,
April `88- Juni `89)
Die Demos hörte ein amerikanischer Produzent, namens Joey Balin, ... dem sie gefielen, und der mit uns
zusammen an mehr Stücken und neuen Ideen weiter basteln wollte. Er lernte deutsch (so`ne Art
Indianer- deutsch) und kam nach Köln. Begeisterungsfähig und arbeitswütig wie wir, paßte er zu uns.
Ein neuer Produzent ward gefunden (Ich glaube ja nicht mehr an Zufälle. Die Zeit und ich waren reif
für eine Begegnung dieser Art.)
Unmögliches sollte möglich werden. Live- Proben mit neuen Musikern- vierzehn Tage lang- vorm Studiotermin!
Vorbereitungen, wie vor einer Tour,... nur diesmal für eine Platte. Das gab`s noch nie. "Live" spielen im
Studio- wie auf einer B&uul;hne stehen und kommen lassen..., Konzertatmosphäre im Studio?!!! – ein Traum
(oft geträumt). War kein Traum. War alles wahr.
Die magischen Momente dieser Studiosession`s wurden auf Band festgehalten. Von August bis November `89.
In Philadelphia und Los Angeles. Weit weg von zu Hause und dem täglichen Gerödel- den unnötigen
Ablenkungen. Ich wollte mit Worten und Tönen malen, wie mit Farben, die einem Bild eine ganz bestimmte
Stimmung verleihen. Wollte ausdrücken, wie Stolz, Verzweiflung sich fünf Minuten vorm Tod anfühlt
(Marie Antoinette), hörbar machen, wie es klingt, "wenn ich im Sturm vor Freude die Segel setze" (Panama),
jeder Augenblick sollte "stechen, wie ein Messer im Bauch" (Steh mir bei) ... alles sollte greifbar-
erreichbar sein.
In den Zeiten des Nicht- Weiterwissens bestärkte mich der Zuspruch meiner Freunde in dem Glauben, dass mein
Weg der Richtige sei. Schwierig zwar, selten mit Rosen bestreut, aber der einzig gehbare. Weitermachen-
durchhalten hieß die Parole. So ist die Platte zum Teil durch sie und mit ihnen das geworden, was sie
nun ist..., unverwechselbar...,
"Soll mich lieben wer will"...
Über ein Jahr mit einer seltsam anmutenden Ruhe geschrieben- einer von der Art, die langsam tötet,
töten kann, wenn man nicht die Kurve kriegt..., im Wechselspiel mit einer selten verzweifelt-
euphorisch machenden Unruhe, die wohl nötig war, um Glück an kleinen Dingen neu zu erfahren..,
ich hab es erfahren..., wieder..., ganz neu...
November `89
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